Wirtschaft erleben: Schüler sammeln Erfahrungen in eigener Schülerfirma
Wirtschaft kann spannend sein - vor allem, wenn man selbst mitmischt. Das erfahren die zehn Schülerinnen und Schüler der Jörg-Ratgeb-Schule mit ihrer eigenen Firma bag2basics. Sie verkaufen kreativ gestaltete Stofftaschen. Mit ihrem Unternehmen, dass sie im Rahmen des Projekts Junior gegründet haben, lernen sie frühzeitig, was sich hinter Begriffen wie Bilanz, Gewinn oder Marketing verbirgt.
NEUGEREUT
"Ich hätte nie gedacht, worauf man alles achten muss und für was man als Vorstand alles gerade stehen muss", gibt Sarina Salzer zu. Die Schülerin ist Vorsitzende der Schülerfirma bag2basics, die zehn Schülerinnen und Schüler der Jörg-Ratgeb-Schule in Neugereut Anfang des Schuljahres ins Leben gerufen haben.
Der Tipp kam von ihrem Wirtschaftslehrer. Bag2basics ist nicht die erste Schülerfirma an der Ratgeb-Schule, die im Rahmen des Programms Junior entstanden ist. "Doch ins kalte Wasser geschmissen zu werden, war die beste Erfahrung", findet Sarina Salzer. "Ich kann mir gut vorstellen, Ähnliches später im Berufsleben zu machen - aber erst möchte ich Berufserfahrung sammeln.
Denn ich hatte es mir viel leichter vorgestellt." Nachdem sich die zehn Schüler der 10., 11. Und 12. Klasse zusammen gefunden hatten, war die Geschäftsidee schnell geboren: "Es sollte originell und günstig sein", erklärt Lisa Kontny. Und da Stofftaschen längst ihren Öko-Charme abgelegt haben und voll im Trend sind, bestellten die Schüler schlichte naturfarbene und schwarze Taschen, um sie individuell aufzupeppen. "Ich kenne sogar Leute, die mit Stofftaschen in die Disko gehen", weiß Tsedal Ghebremichael. Bei der Gründung sowie der laufenden Produktion werden die Schüler von Junior unterstützt, die verschiedenen Abteilungen besuchen Workshops zu Finanzen, Marketing und Buchführung. Einmal im Monat müssen sie einen Geschäftsbericht abgeben. Aber auch der Erfolg des Unternehmens spielt eine Rolle, ob es die Schülerfirma bag2basics in die nächste Runde schafft und beim Landeswettbewerb und schließlich beim Bundeswettbewerb antreten darf.
Erfolg haben die Schüler mit ihren bunt bemalten, bedruckten und mit Borten benähten Taschen schon jetzt. "Mehr als 100 Stück haben wir schon verkauft", sagt Nico Haak, der sich um die Finanzen kümmert. Ihr Startkapital von 650 Euro erhielten die Schüler durch den Verkauf von Aktien. Jetzt treffen sie sich einmal in der Woche zur Teamsitzung, aber auch zum fleißigen Taschengestalten.
Die kreativen Köpfe Dunja Neumann und Julius Kulossa entwerfen die Motive.
Sarina Salzer, Lisa Kontny, Tsedal Ghebremichael, Nico Haak, Katharina Pröhl, Max Böhm, Sabrina Stetter und Andreas Milan kümmern sich um Finanzen, Marketing, Verwaltung - für die Produktion sind inzwischen alle zuständig. "Die Nachfrage ist groß, wir konnten den Preis schon leicht erhöhen. Jetzt müssen alle anpacken", sagt Sarina Salzer.