David wehrt sich gegen Goliath
Zwist mit Stuttgart: LE will Gewerbeprojekt Echterdingen-Ost allein stemmen
LEINFELDEN-
ECHTERDINGEN
"Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Stuttgart beendet" verkündete OB Roland Klenk und alle Gemeinderatsfraktionen Ende der vergangenen Woche in einer Pressekonferenz.
"Für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Stuttgart bei der Entwicklung des geplanten interkommunalen Gewerbegebietes Echterdingen-Ost sieht die Stadt Leinfelden-Echterdingen keine Basis mehr." Einmal mehr habe man Pläne Stuttgarts, die Leinfelden-Echterdingen betreffen, der Presse entnehmen müssen - diesmal zum Thema Standort Fernomnibusbahnhof (FOB). Punkt - und der Ofen in L.E. war erst mal aus.
Starker Tobak, schien sich daraufhin auch Stuttgart OB Wolfgang Schuster zu denken, und reichte zumindest schriftlich die Hand zur Versöhnung: "Ich bedauere die Entscheidung von Leinfelden-Echterdingen. Mir liegt persönlich viel daran, auch weiterhin die sachliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Leinfelden-Echterdingen und insbesondere mit Oberbürgermeister Roland Klenk zu pflegen."
Er hoffe, dass die Gespräche zum Gewerbegebiet zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgegriffen werden. "Wir werden uns dem jedenfalls nicht verschließen."
Am Dienstag hörte sich Roland Klenk dann etwas versöhnlicher an: "Man soll nie nie sagen", doch ein persönliche Entschuldigung oder eine weitere Information zum FOB sei bei ihm nicht eingegangen.
Klenk verwies vor allem auf Sensibilitäten, die bereits in der Vergangenheit immer wieder Leinfelden-Echterdingen und die Bürger belastet haben: die Flughafen-Erweiterung und die Messe. "Wir haben eine lange nachbarschaftliche Geschichte, aber das ist einfach ein Vertrauensbruch." Respektvoll und zuverlässig sei vor allem Stuttgarts Kämmerer Michael Föll in Sachen Gewerbegebiet Echterdingen-Ost auf sie zugekommen.
"Wir haben oft die Hand gereicht, ohne es zu müssen", so Klenk. Jetzt wolle man das Projekt allein stemmen. "Wir haben Zeit, es eilt nicht", so Klenk. In Teilschritten könnte man eins um andere umsetzen. Er schloss auch nicht aus, bei den berechneten 75 Millionen Euro Kosten nochmals etwas einzusparen. Doch erst mal, so scheint es, soll die Lage ausgesessen werden.
18.03.2010 - aktualisiert: 18.03.2010 12:13 Uhr