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"Nicht von dieser Welt"


Pia Naumann näht außergewöhnliche Puppen: Die "Moonster"
 

Im diesem Teil der Serie "Kreative Köpfe" geht es um Pia Naumann aus Oberaichen. Die 57-Jährige näht in liebevoller Handarbeit phantasievolle Puppen, die zur Dekoration, zum Verschenken oder als Sitzkissen dienen.

OBERAICHEN

"Mein Sohn gab mir den Anstoß dazu", erzählt Pia Naumann. Sie sitzt auf dem Sofa und ist umgeben von ihren Stoffwesen, die sich durch fröhlich bunte Farben und ungewöhnliche Formen auszeichnen. "Letzten Herbst kam er und sagte: Mama, ich hab da "ne tolle Idee für dich. Er hat mir einige Skizzen gezeigt und ich hab sie genäht. Da waren sie geboren, unsere Moonster." Wie der Name entstand, erklärt der Sohn Tobias. Moon sei das englische Wort für Mond. Er habe bei seiner Idee an Monster vom Mond gedacht. Außerirdische, die nicht von dieser Welt seien. Der Kontrast zwischen morbide und niedlich sei ihm dabei besonders wichtig, denn das mache das Besondere der Puppen aus. Pia Naumann beschreibt ihre Herangehensweise: "Ich gehe regelmäßig los und lasse mich in Stoffläden inspirieren. Ich kaufe nur Stoffe, die mir auf Anhieb gefallen. Zuhause mache ich erstmal eine grobe Skizze auf Papier und dann schneide ich drauf los." Die Moonster entwickelten sich während des Nähens. Sie wisse daher vorher nie genau, wie die Puppe am Ende aussehen werde.

Die gelernte Dekorateurin war schon vor ihren Moonsters kunsthandwerklich aktiv. Seit einigen Jahren näht sie Stulpen aus besonderen Stoffen und macht Ketten aus alten Schmuckstücken, Perlen und Knöpfen. Diese könne man tragen oder als Kunstwerk in einem Rahmen an die Wand hängen. "Und ich habe erst vor kurzem noch ein neues Projekt begonnen. Ich habe größere Puppen in Form von Küken, Hühnern oder Hasen genäht, die als Sitzkissen dienen, zum Beispiel für die Rückenlehne einer Gartenbank." Sie würde durchaus auch auf Bestellung nähen, erklärt Pia Naumann.

"Aber nur, wenn ich die Freiheit habe, meine eigenen Ideen einzubringen." Dies sei auch ihre Definition von Kreativität. Mit - wenn überhaupt - nur sehr wenigen Vorgaben etwas gestalten, das kein Massenprodukt, sondern ein Einzelstück sei. Alle ihre Moonster seien Unikate. Zwar nähe sie aus einem Stück Stoff immer mehrere Puppen, aber die seien sozusagen "nahe Verwandte". Eine Ähnlichkeit sei da, aber jedes Stück für sich sei ganz individuell. "Wer eine Ahnung von Handarbeit hat, schätzt dies auch", erklärt sie.

Vormittags betreut die Mutter von drei Kindern einen älteren Herrn in der Nachbarschaft. Sie geht mit ihm spazieren, kauft ein und kocht für ihn. Erst nachmittags und abends wird genäht, oft auch im Wohnzimmer. "Da muss mein Mann dann aufpassen, dass er sich nicht aus Versehen in eine Stecknadel setzt", erzählt sie schmunzelnd.


Rebecca Stahlberg

18.03.2010 - aktualisiert: 18.03.2010 14:46 Uhr

 

 

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