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"Da geht es um eine Jahrzehnte-Entscheidung"


Bezirksvorsteher Körner setzt auf Renaturierung des Parks Villa Berg
 

Die geplante "Residenz Villa Berg" des Stuttgarter Investors Rudi Häussler ist umstritten. Sie soll auf der Fläche der heutigen Sendestudios im Park der Villa Berg entstehen. Am heutigen Donnerstag, 19 Uhr, lädt die SPD Stuttgart-Ost zur Podiumsdiskussion in die Vereinsgaststätte des Männergesangsvereins Stuttgart-Berg ein.

BERG

Wie stehen die Stuttgarter Parteien zu Häusslers Wohnbauprojekt im Park der Villa Berg? SPD sowie SÖS und Die Linke lehnen es ab und fordern die Renaturierung des Parks. Die ursprünglich ablehnende Haltung der Grünen gegenüber dem Bauprojekt kam ins Wanken. "Bei uns werden unterschiedliche Positionen vertreten. Ich selbst bin für eine Renaturierung des Parks und hoffe, dass mein Standpunkt eine Mehrheit in der Fraktion findet", so Grünen-Stadtrat Vittorio Lazaridis.

Ein ausführlicher Antrag der Grünen soll etliche Fragen und Hintergründe zum Bauprojekt klären. Auch die FDP hat "intensiven Beratungsbedarf", so die Fraktionsvorsitzende Rose von Stein. "Wir begleiten eine Bebauung sehr kritisch und wollen auf keinen Fall einen Privatpark", meint sie. Gäbe es ein tragfähiges Finanzierungs-Konzept zur Renaturierung des Parks, würde die FDP-Fraktionssprecherin dieses befürworten.

Im Moment hält sie diese Option jedoch für unrealistisch. Jürgen Zeeb, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, befürwortet das Wohnbauprojekt. "Man wird niemand anderes finden, der so was in die Hand nimmt. Für mich ist es verständlich, dass Häussler für den Aufwand zur Sanierung der Villa eine Gegenfinanzierung benötigt", so Zeeb. Außerdem sei auf ein gutes Freiflächenkonzept zu achten, um den Übergang zwischen Bebauung und Park optimal zu gestalten. Für CDU-Stadtrat Alexander Kotz würde der Einsatz von Häussler den Haushalt der Landeshauptstadt entlasten.

Man befürworte das Behnisch-Konzept, das außerdem in einem zweiten Anlauf die Kubatur der Neubebauung reduziert habe. "Die Stadt kann eine Renaturierung des Parks nicht finanzieren", so Alexander Kotz. Bezirksvorsteher Martin Körner (SPD) hält die Häusslersche Querfinanzierung für problematisch. "Es kann nicht sein, dass man die Sanierung der denkmalgeschützten Villa Berg an die Bedingung knüpft, direkt daneben ein Investitionsprojekt mit 100 Prozent Rendite hochzuziehen", meint er. Aus seiner Sicht müssen alle Anstrengungen unternommen werden, "diesen wunderschönen Park zu erhalten und zu renaturieren".


Melanie Axter

18.03.2010 - aktualisiert: 18.03.2010 15:34 Uhr

 






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