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Fundel "zündelt" schon wieder


Ausbaugegner des Flughafens vermissen klares Wort von Landesregierung
 

Ein Zeitungsinterview mit Flughafenchef Georg Fundel hat für Aufregung gesorgt und die Gegner einer zweiten Startbahn auf den Plan gerufen. In ihren Reaktionen auf Fundels Äußerungen appellieren Grüne/FFL und Schutzgemeinschaft Filder an die Landesregierung, nicht von der ablehnenden Entscheidung zu den Ausbauwünschen abzurücken.
 

FILDERSTADT

Fundel bezog sich in dem Interview mit den Stuttgarter-Nachrichten auf den neuen Generalverkehrsplan und meinte, dies sei "der richtige Moment, um über die Erweiterungsperspektiven der Flughäfen im Land noch einmal sachlich nachzudenken." Dabei betonte er allerdings auch, nicht grundsätzlich an der Forderung nach einer zweiten Start- und Landepiste für den Stuttgarter Airport festhalten zu wollen, die bereits 2008 vom damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger nach langen Auseinandersetzungen abgelehnt wurde. "Die Politik hat entschieden und das haben wir zu akzeptieren", sagte Fundel. Als CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag hatte damals auch der jetzige Ministerpräsident Stefan Mappus den ablehnenden Kurs von Oettinger mitgetragen. Dennoch läuten bei den Grünen im Landtag und auf den Fildern gerade die Alarmglocken und sie fragen, warum Fundel schon wieder "zündelt". So heißt es in einer Presseerklärung der Fraktionsgemeinschaft der Grünen/FFL Filderstadt, die Forderung der Flughafengesellschaft jetzt wieder über eine Erweiterung zu diskutieren, stoße bei der Gemeinderatsfraktion auf völliges Unverständnis. "Es ist noch nicht einmal zwei Jahre her, da legte der damalige Ministerpräsident Oettinger die Pläne für eine zweite Startbahn zu den Akten.

Und kaum ist der neue Ministerpräsident im Amt, werden die Bürger auf den Fildern erneut aufgeschreckt. Was wir brauchen, ist politische Verlässlichkeit und nicht Beliebigkeit", erklärt Grünen/FFL-Fraktionsvorsitzender Matthias Gastel. Moniert wird auch, dass Mappus bei seiner Regierungserklärung mit keinem Wort auf das Thema Flugverkehr eingegangen sei. Weiter heißt es in der Presseerklärung, die Landespolitik müsse den Flughafen in seine Schranken verweisen. "Eine zweite Startbahn darf daher genau so wenig in Frage kommen wie eine Aufweichung der Nachtflugbeschränkungen."

Scharfe Kritik von der SPD Auch die SPD-Fraktion Filderstadt erteilt Fundel eine klare Absage und kritisiert sein "erneutes Vorpreschen".

Dazu Fraktionschef Walter Bauer: "Wir sehen uns mit der Mehrheit der Filderbevölkerung einig in der Ablehnung dieses unerträglichen Ausbauwahns. Das gilt auch für die ständigen Angriffe auf das Nachtflugverbot."

"Der Flughafen hat jedes Maß verloren", meint die Schutzgemeinschaft Filder und nennt Fundels jüngst geäußerten Wunsch nach einer neuen Erweiterungsdebatte "nebulös". Konkret fragt die Schutzgemeinschaft, was Fundel mit "Erweiterung des Flughafens" meine und ob das die Neuauflage der Diskussion um eine zweite Startbahn sei.

Darüber hinaus würde es die Schutzgemeinschaft begrüßen, wenn Ministerpräsident Mappus das Gespräch mit den Betroffenen vor Ort suchen würde. "Es darf nicht sein, dass die besten Böden der Welt zur Disposition stehen und dass der Schutz der Bevölkerung nichts mehr gilt".


pn

18.03.2010 - aktualisiert: 18.03.2010 15:38 Uhr

 

 

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