
Winterschlussverkauf
Es gibt nicht den typischen Lederberger
Ortsporträt: Viele Bewohner des Lederbergs sind nach Heumaden orientiert
Übers Jahr verteilt stellt das Wochenblatt seine Lokalgebiete vor. Dieses Mal ist der Lederberg an der Reihe, ein reines Wohngebiet, in dem es kaum etwas gibt, außer Ruhe, viel Natur und weit schweifende Panoramaausblicke von fast jedem Haus aus.
Eine Gaststätte, ein Spielplatz und ein städtischer Kindergarten ist tatsächlich alles, was es an öffentlichen Einrichtungen im Stadtteil Lederberg gibt. Auch wenn er heute zum Stadtbezirk Hedelfingen gehört, sind doch viele Bewohner eher nach Heumaden orientiert. Das kann das Ehepaar Hartmaier nur bestätigen.
Seit 35 Jahren wohnen die beiden schon am Berg und haben hier ihre drei Söhne groß gezogen. "Für uns war es selbstverständlich, dass die Kinder in Heumaden und später in Sillenbuch auf die Schulen gehen", sagt Hans Hartmaier. Der pensionierte Richter ist seit vielen Jahren im evangelischen Kirchengemeinderat tätig, mittlerweile Vorsitzender.
"Über Vereine, Kirche oder sonstige Gruppen kennt man auch einige andere Lederberger", sagt er. "Aber früher haben wir mehr Leute aus der Nachbarschaft gekannt", ergänzt seine Ehefrau Heidi. Mit dem Wegsterben und Wegziehen seien die Kontakte mit der Zeit abgebrochen.
Der mit nur knapp 600 Einwohnern wohl einer der kleinsten Stadtteile Stuttgarts hat sich mittlerweile dahingehend entwickelt, dass es nun mehr Familien mit Kindern auf den Lederberg verschlägt.
Die Hartmaiers waren in den 70er-Jahren mit ihren drei kleinen Kinder eher die Ausnahme.
"Damals lebte hier zumeist noch die ältere Generation", sagt Hartmaier.
Ursprünglich hatten betuchtere Hedelfinger und Heumadener seit 1922 auf der Nordseite der Filderebene gesiedelt. Der bis heute als reines Wohngebiet fungierende Stadtteil wurde dann 1956 dem Bezirk Hedelfingen zugeordnet.
Mit der Zeit kamen in den 60ern und 80ern neue Wohngebiete hinzu. So sieht man heute neben den für die 30er-Jahre typischen kleinen Häuser mit dem steilen Spitzdach auch viele moderne in den Hang gebaute Privathäuser und einige Wohnkomplexe.
Wie die Architektur ist auch die Bevölkerung mittlerweile durchmischt. "Man kann hier nicht von einem gewachsenen Dorfleben sprechen", teilt Hartmaier mit. Es gäbe nicht den typischen Lederberger, der sich mit seinem Stadtteil identifiziert.
Dennoch sind die Häuser und Grundstücke begehrt und stehen trotz der gehobenen Preise nicht lange leer. Und das begründet das Ehepaar Hartmaier so: "Der Ausblick aus allen Fenster unseres Hauses ist toll, die Natur bietet in alle Richtungen Wandermöglichkeiten und es ist sehr ruhig hier."
lil
18.03.2010 - aktualisiert: 18.03.2010 15:19 Uhr
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