Start der Serie über Nachwuchsbands im Stadtteil - Heute: Mars Mellow
Die Fünf nennen ihren persönlichen Stil einfach "Mellow-Pop". Der Musikstil wird als Indie und Alternative bezeichnet. "Man kann es aber auch als eine Mischung aus Franz Ferdinand und No Doubt beschreiben", sagt Gitarrist Reiner Herzig. Immer wieder stellt das Wochenblatt in diesem Jahr Bands vor Ort vor. Heute: Mars Mellow.
MÜNSTER
Mit starken Melodien, Gitarrenbrett und einer erfrischend positiven Stimmung liefert die Band Mars Mellow den Soundtrack zum Glücklichsein. Auffallend charmant und präsent ist dabei die stimmgewaltige Frontfrau Laura Rozic. Sie ist das "Mellow"-Element der Band: weiblich, sinnlich und mit ihrer Erscheinung an erster Stelle stehend. "Mars" sind die Jungs, die an ihrer Seite das rockende und verspielte Fundament liefern: Beides zusammen sind eingängige Popsongs mit schrägen Passagen und viel Herz der Band "Mars Mellow".
Was bedeutet euer Bandname?
Mars Mellow: Wir sind Marsianer, daher "Mars". Da Marsianer als solche auf der Erde eher als aggressiv männlich wahrgenommen werden, deklariert "Mellow" das sanfte, weibliche Element unserer Sängerin Laura Rozic. Übrigens sind die Silben M, A, R und S gleichbedeutend der Anfangsbuchstaben der männlichen Untertanen in der Band: Michael Schneider (Bass), Arnold Wehrmann (Schlagzeug), Reiner Herzig (Gitarren), Stefan Weihing (Keys).
Seit wann besteht die Band?
In dieser Konstellation gibt es uns seit 2005, die Jungs machen aber bereits seit Ewigkeiten Musik zusammen.
Wann und wie habt ihr angefangen gemeinsam Musik zu machen?
Wie gesagt, die Jungs kennen sich schon ewig und haben sich durch Beziehungskisten mit einer Frau kennen gelernt - und dadurch zeitweise auf den Mars verbannt. Laura wurde 2005 dann dort gecastet. Aber so im Nachhinein weiß keiner mehr genau, wer jetzt wen ausgesucht hat.
Welchen Musikstil spielt ihr und wie würdet ihr ihn beschreiben?
Vom Stil her werden wir als Indie und Alternative bezeichnet. Man kann es aber auch als eine Mischung aus Franz Ferdinand und No Doubt beschreiben.
Was wollt ihr mit eurer Musik erreichen?
Unsere Musik soll glücklich machen, die menschlichen Gefühle in jeglicher Form feiern und vor allem soll sie das Weibliche im Menschen bestärken. Wir nutzen die Musik, um unsere Erfahrungen als Menschen zu verarbeiten. Denn egal welcher Art diese sind, mit Musik werden sie zu etwas elementar Positivem.
Schreibt ihr die Texte und Musik selbst? Und wer macht das wie?
Die Texte schreibt Laura, die Musik kommt meist von Reiner und Laura. Geschichten gibt's viele: Der Song "Bridget Jones" beispielsweise beruht darauf, dass Laura in die Figur als solche total vernarrt ist und sich vorgestellt hat, sie sei Shakespeare und würde Bridget ein Sonett schreiben.
Oder "Happy Alone": Überall werden Menschen bombardiert mit Single-Plattformen, Freunde und Familie machen sich Sorgen, wenn man zu lange allein ist, als sei man als einzelner Mensch nicht fähig glücklich zu sein.
Wo und wie oft probt ihr?
Mindestens einmal die Woche in den Katakomben des Tübinger Sudhauses. In Stuttgart sind die Proberäume ja kaum zu finanzieren.
Was zeichnet euch aus auf der Bühne?
Wer Laura live erlebt hat, glaubt wahrscheinlich erst recht, dass wir vom Mars sind. Mars Mellow steht sicher für sehr viel positive Bühnenenergie, starke Melodien, tanzbare Beats und Humor ist sowieso die Grundessenz des Lebens.
Was war euer größter und/oder großartigster Auftritt bisher?
Jeder Auftritt ist etwas Besonderes. Im letzten Monat war unser Auftritt in Ulm im Chateau Knarz bei der Indie Yeah Party sehr geil, da der Laden voll war und alle mitgemacht haben. Die Leute haben fast mehr getanzt als Laura - und das will echt was heißen. Im kommerziellen Sinne hat Mars Mellow schon als Support vor den Toten Hose, David Bowie oder Liquido gespielt.
Ging auch mal was gehörig schief bei einem Gig?
Stromausfall bei Regen und Kälte auf der Nürtinger Open Air Bühne.
Wir nahmen es mit Humor und haben mit den Leuten trotzdem weiter gefeiert.
Was sind eure Ziele und Träume mit der Band?
Musik ist die Sehnsucht nach einem Himmel in unsere Seele - sagte mal ein schlauer Mensch. Von diesem Himmel wollen wir so viel nur irgendwie möglich hier auf der Erde haben und leben.
Was macht ihr beruflich, wenn ihr nicht auf der Bühne steht?
Hauptberuflich sind wir Musiker, nebenbei verdienen wir Geld als Lehrer, Architekt, Texter, Industriemechaniker und IT-Berater.