Wundersüßstoff Stevia
Forscher der Uni Hohenheim untersuchen Verbrauchererwartungen
HOHENHEIM
Eine zügige Zulassung der EU-Kommission gilt als sehr wahrscheinlich. An der Universität Hohenheim wird die Süßpflanze aus Südamerika seit rund zwölf Jahren wissenschaftlich untersucht. Mit einer Online-Umfrage wollen die Forscher jetzt Akzeptanz und die Verbrauchererwartungen vor der Markteinführung testen.
Weltweit hat das Süßkraut von der Hochebene Paraguays eine wachsende Fan-Gemeinde.
Japaner dürfen den Tee schon seit 1975 damit süßen. In den USA produzieren Pepsi und Coca-Cola seit 2009 erste Getränke mit Stevia-Süße. Die Schweiz brachte vor einem Jahr erste Lebensmittel mit Stevia auf den Markt.
Als erstes EU-Land erteilte Frankreich im August 2009 eine zweijährige Ausnahmegenehmigung.
"Der natürliche Zuckerersatzstoff ist praktisch frei von Kalorien und auch für Diabetiker verträglich", zitiert Agrarwissenschaftler Udo Kienle einschlägige Studien. Tatsächlich seien die getrockneten Blätter der krautigen Pflanze etwa 15 bis 30 Mal süßer als Zucker. In Paraguay würden die Blätter meist zusammen mit Mate zu einem Teegetränk bereitet, das kalt getrunken im Sommer hervorragend den Durst lösche, berichtet der Forscher von eigenen Erfahrungen.
Ursache dafür seien sogenannte Steviolglykoside, die in den Blättern der Pflanze gebildet werden. "Durch Extraktion der Steviolglykoside kann aus den Blättern ein hochgereinigter Süßstoff gewonnen werden. Frische Blätter der Pflanze können z um Beispiel für Obstsalat oder Cocktails, getrocknete Blätter für Tees genutzt werden", sagt Kienle. Anlässlich der wahrscheinlich bald erfolgenden Markteinführungen starten die Wissenschaftler jetzt eine eigene Verbraucherbefragung, die Erwartung und Verbraucherakzeptanz der Süßstoffe durchleuchtet.
Unter http://www.stevia.uni-hohenheim.de kann man bei der Umfrage mitmachen.
27.05.2010 - aktualisiert: 27.05.2010 07:02 Uhr