Der Berliner Schauspieler und Komiker hat ein Auswärtsspiel beim "Heimspiel" in der Komödie im Marquardt
Markus Majowski kommt, so scheint es, von den "Dreisten Drei" nicht los. Die erfolgreiche Comedy-Serie, die den Berliner populär gemacht hat, findet ihren dramatischen Fortsatz in dem Sück "Ein Heimspiel", das derzeit in der Komödie im Marquardt läuft. Dort versuchen nämlich drei abgehalfterte, dreiste Herren, ihre Wohngemeinschaft potenziellen Brötchengebern als Seniorenheim schmackhaft zu machen.
Majowski schlüpft hier in die Rolle des arbeitslosen Journalisten Scoop, ein waschechter Macho in Cowboy-Kluft, der aber an der Flasche hängt. Es ist sein erstes Theater-Engagement in Stuttgart. "Vor 23 Jahren war ich schon mal hier", blickt der 46-Jährige auf seine Anfangszeit zurück, "allerdings nur zum Vorsprechen beim damaligen Intendanten Ivan Nagel." Heute sind die Schauspielbühnen froh darüber, ein solches Zugpferd nach Stuttgart verpflichten zu können. Was war seine Motivation, beim "Heimspiel" mitzuspielen? "Mir hat das Stück von Lewinsky von Anfang an gefallen, einfach toll die drei Lausbuben, die einen genialen Streich aushecken." Und mit dem jetzigen Intendanten, Manfred Langner, wollte er "schon immer etwas machen". Außerdem ist die 23 sowieso seine Glückszahl. Denn am 23. September 2000 heiratete er seine Barbara, eine Industrie-Designerin und Qigong-Lehrerin. Der Pfarrer, der sie traute, meinte damals süffisant: "Herr Majowski, ich habe gerade noch über Sie gelacht: als ausgeflippten Pfarrer bei ,Die Dreisten Drei'. Und jetzt stehen Sie vor meinem Altar!"
Etwas verschnupft reagiert er, wenn man ihn in Schubladen stecken will: "Ich bin kein Comedian, ich bin ein klassischer Komiker." Er tritt lieber selbst in die Fettnäpfchen, als sich - wie manch einer seiner Kollegen- in aller Breite über die Schwächen der anderen auszulassen. Eines seiner Vorbilder ist der deutsche Schauspieler Rudolf Platte, der in seinen Filmen den "einfachen Mann von der Straße" spielte.
Ein Traum von Majowski wäre es, einmal einen Familienvater zu spielen, der "durch dick und dünn geht", um seine Familie über die Runden zu bringen. Und dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert.
In die Fußstapfen seines Vaters Heinrich - Musiker und Cellist bei den Berliner Philharmonikern - wollte der 46-Jährige nicht treten. Nach der Schule ging er zur Schauspielschule von Else Bongers. In Berlin gab er sein Boulevardtheater-Debüt bei Wolfgang Spier an der Komödie. Die erste TV-Rolle hatte der sympathische Berliner übrigens 1987 in einer Nebenrolle der Serie "Die Schwarzwaldklinik". Es folgten Auftritte in den Spielfilmen "Rossini", "Der letzte Zeuge", "Late Show" und "7 Zwerge - Männer allein im Wald". Die Rolle als agiler Assistent vom hessischen "Tatort"-Kommissar Brinkmann wollte er nicht weiterspielen. "Zu albern angelegt", lautet sein Urteil, "das passt nicht zu diesem klassischen Krimi-Genre."
"Ich warte auf meine Stücke", übt sich Majowski fortan in Geduld, nicht nur wenn es um gute TV-Engagements geht. Ein volles Programm absolviert der Komiker derzeit mit seinem sechsjährigen Filius Julius. Der reiste letzte Woche allein (!) im Flieger von Berlin nach Stuttgart. Für ihn nimmt er sich viel Zeit: Vom Abenteuerspielplatz West über die Kreativwerkstatt bis hin zum Erlebnispark Tripsdrill reicht das Eventpaket für den Sohnemann.
Ein Herz für Kinder hat er sowieso. Er engagiert sich seit Jahren für das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk in Berlin, ist Ehren-Botschafter des Zentrums für Trauernde Kinder in Bremen und seit fast vier Jahren Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks.
Und Autor ist er auch noch. Im Herbst erscheint das illustrierte Kinderbuch und Hörbuch "Vom Fischermann Mojo und seinem Sohn Mütze Rocco". Eine bewegende Geschichte, bei der sich ein kleiner Junge mit seinem Vater auf Abenteuertour begibt. An zwei Sonntagsmatineen (20. und 27. Juni, jeweils 11Uhr) liest Majowski in der Komödie im Marquardt aus seinen Büchern.