Hannover, Hamburg und Berlin wollen den Grand Prix an sich reißen. Und eigentlich wollten wir sagen: Stuttgart zum Glück nicht... Da landet just in diesem Augenblick ein Antrag der FDP auf unserem Schreibtisch: Stuttgart möge sich für das Finale als Standort bewerben. Lena, Stefan Raab und Co.: Bitte, bitte, tut's nicht!
Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
Liebe Lena,
eigentlich wollten wir ja noch schnell nach Ludwigsburg fahren, um zu gucken, ob bei den Köhlers die Hecke geschnitten und der Rasen gemäht ist, wenn sie zurückkommen vom Schloss Bellevue in die Heimat. Leider finde ich auf die Schnelle die Adresse nicht - haben die denn noch ein Häusle dort? Doch der Horst muss jetzt eben warten...
Natürlich Glückwunsch, auch von hier aus, du hast es überstanden - wir auch, und sind jetzt ein bisschen überrascht, dass du nächstes Jahr wieder antreten willst. Noch mehr überrascht sind wir aber, dass auch ein paar Pappnasen in Stuttgart auf den Trichter gekommen sind: "Wir wollen uns bewerben fürs Grand-Prix-Finale, eine tolle Chance der positiven Imagewerbung für Deutschland - und auch für Stuttgart", so jubelt die FDP in ihrem Antrag.
Lenchen, Lenchen, wir können nur sagen: Tu's nicht! Hier ein paar Gründe, warum Stuggi-Town unbedingt zu meiden ist: Schon "die Chance der positiven Imagewerbung" ist eine Farce an sich, denn die bietet sich Stuttgart immer wieder, wird nur nicht genützt: Natürlich muss hier mal wieder die verpatzte Bewerbung für die Olympischen Spiele, die Rumtändelei bei der Love-Parade, die Bambi-Verleihung, bei der so gut wie kein überregionaler Nutzen aus dem Großereignis gezogen werden konnte, nennen. In jedem Kuhkaff weiß man bereits am Bahnhof, wer wann wo spielt und welche Ausstellung ist, nur in Stuttgart weiß man's nicht.
Deshalb, das sagst du bitte dem Stefan: Stuttgart und Promotion: höchstens "four points".
Amüsiert haben wir uns darüber, dass ja auch der Oberbürgermeister die Sache mittragen muss und ein wenig ein Partylöwe sein soll. Tja, räusper, räusper, eigentlich wollen wir dazu gar nix sagen. Nur so viel, dass unser OB sich gern durch isländische Aschewolken aus der Affäre zieht oder im Schneestaub des Skiurlaubs verschwindet, wo er sich auch mal schlimme Frakturen zuzieht. Der OB ein Partylöwe? Mit gutem Gewissen sagst du dem Stefan: zero points.
Dann die entscheidende Frage: Wo sollen 18000 Zuschauer hin? Wir könnten noch den Durchbruch in der Schleyerhalle anbieten, aber schon beim Schlossplatz geht wieder der Ärger los: "Dafür ist das Land zuständig", sagt da die Stadt dann immer beleidigt. Und dann noch die ständigen Bruddler: "Wenn jetzt der Grand Prix in Stuttgart isch, dann darf aber net au no der VfB spiela, i krieg ja koin Parkplatz mehr!" Deshalb: Austragungsort: höchstens two points.
Und ein letzter Grund: Es gibt in der Region schon eine Lena, die von den Troubadouren aus Bietigheim besungen wird - und mein Kollege groovt sich schon fürs Pur-Open Air am 10.Juni ein: "Leeeeena, du hast es heut nicht leicht, soweit die Kraft noch reicht..." Kurzum, ich will weder Pur noch "Satellite" noch ein weiteres Lena-Liedchen, das nicht mehr als fünf Töne umfasst, mehr hören- und sag in diesem Fall: Bleibt mal schön in Hannover, Hamburg oder Berlin. Wie sagt mein Kollege immer: "Rosi Mittermaier hatte Goldmedaillen geholt - und dann aufgehört, das war die beste Werbung für sie."
Grüße an Stefan, Dein Wochenblatt-Team!
Katrin Schenk
01.06.2010 - aktualisiert: 07.07.2010 10:18 Uhr
Finde ich super. Stuttgart geht immer sehr unter als Großstadt
Es wäre schon eine tolle Sache für Stuttgart, wenn der Grand Prix hier stattfinden würde. Hierzu müsste man aber endlich mal mit der Zeit gehen und aus der Hüfte kommen, denn meistens mangelt es in Stuttgart ja an der PR und am Risiko mal was Verrücktes zu wagen. Eine Art Kultur- und Eventgremium zur Unterstützung für Stadt und Land sollte mal gegründet werden.
"Stuttgart wach endlich auf!"