Zwei Welten nebeneinander
Serie Ortsporträt: Lauchhau und Lauchäcker
Im Laufe des Jahres stellt das Wochenblatt seine Lokalgebiete vor. Heute sind die Wohngebiete Lauchhau und Lauchäcker im Nordwesten Vaihingens an der Reihe.
Letztes Jahr feierte der Lauchhau seinen 40. Geburtstag. Da in den 1960er-Jahren die Wohnungssituation sehr angespannt war, beschloss die Stadt Stuttgart, westlich der Büsnauer Straße eine Siedlung zu bauen, die hauptsächlich aus Hochhäusern bestand.
Die 436 Wohnungen waren aufgeteilt in 366 Mietwohnungen und 46 Eigentumswohnungen. Gebaut wurde die Hochhaussiedlung von der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG), die 1970 für ihr Projekt sogar ausgezeichnet wurde: mit dem Hugo-Häring-Preis des Bundes Deutscher Architekten. Wenig später folgte der Paul-Bonatz-Preis.
Im April 1969 zogen die ersten Mieter ein und wurden vom damaligen Oberbürgermeister Arnulf Klett persönlich begrüßt. Die Vaihinger beäugten die neuen Hochhäuser allerdings kritisch, was die Mieter auch durchaus zu spüren bekamen. Eine Hochhaussiedlung mit geförderten Mietwohnungen war neu und ungewöhnlich und hatte nicht das beste soziale Image. Auch wegen fehlender asphaltierter Straßen, Kindergärten und Spielplätzen waren die ersten Jahre für die Bewohner nicht leicht.
Doch durch die motivierten Bürger, die mit einer Sozialarbeiterin zusammen einen Arbeitskreis gründeten, konnte bereits im Herbst 1971 der erste Kindergarten eröffnet werden.
Das Besondere an der Hochhaussiedlung Lauchhau ist, dass die Bewohner dennoch im Grünen leben. Bis zum Wald sind es nur wenige Schritte, die Erholung ist nahe.
2002 wurden nach jahrelanger Planung schließlich das benachbarte Gebiet Lauchäcker mit Eigenheimen bebaut. Viele junge Familien zogen ein und wohnen noch heute dort. "Die Familienfreundlichkeit hier im Lauchäcker ist sehr groß", berichtet eine junge Mutter, die gerade ihren Sohn in die Kindertagesstätte gebracht hat. Er steht mit der Erzieherin an der Eingangstür und winkt seiner Mutter fröhlich zum Abschied zu.
"Es gibt viele Spielplätze und Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Gerade junge Familien mit Kindern ziehen gerne hier her.
Man fühlt sich wohl hier." Die beiden Wohngebiete Lauchhau und Lauchäcker wachsen vielleicht aus diesem Grund nicht leicht zusammen.
Im Lauchäcker wohnen die jungen Familien, während der Lauchhau langsam überaltert. Dem entgegen wirkt das Bürgerforum Lauchhau-Lauchäcker, das sich 2002 gegründet hat, nachdem die ersten Bewohner im Lauchäcker eingezogen waren.
Seinen größten Erfolg hatte der Interessenverband mit dem Bau des Bürger- und Kinderhauses in der Meluner Straße im Jahr 2007. Die Mitglieder des Bürgerforums gewannen durch viel Engagement und Gemeinschaftsarbeit Sponsoren und Spender für das Bauprojekt, das sonst nicht hätte realisiert werden können.
Seitdem ist es Bindeglied für alle Bewohner und Treffpunkt für Jung und Alt.
02.06.2010 - aktualisiert: 02.06.2010 16:40 Uhr