"Manchmal läuft man achtlos dran vorbei"
Muse-o-Ausstellung über Kunstwerke und Denkmäler im öffentlichen Raum
Ein halbes Jahr lang hat der Gablenberger Museumsverein (Muse-o) nach Kunstwerken und Denkmälern im öffentlichen Raum Ausschau gehalten. Ausstellungsmacher Ulrich Gohl stellte einen großen Ordner mit Objekten zusammen. Eine Art vorläufiges Archiv für den Stuttgarter Osten, das jederzeit erweiterbar ist. Am vergangenen Samstag wurde die Ausstellung eröffnet.
55 Objekte präsentiert Ulrich Gohl in der aktuellen Muse-o-Ausstellung "Im öffentlichen Raum - Kunstwerke und Denkmäler im Stuttgarter Osten". Fein säuberlich dokumentiert in einem roten Ordner, der noch Platz für Neues hat. Eine Buchveröffentlichung zum Thema ist auf Anfang September geplant. Außerdem soll es Führungen durch den Stadtteil geben. Für weitere Funde aus dem Stuttgarter Osten ist der Museumsverein offen. Nicht immer war die Herkunft eines Objekts leicht zu bestimmen. Dann musste Ulrich Gohl viel Zeit in die Recherche investieren, telefonierte beispielsweise mit Schulen, Wohnbauunternehmen oder dem Landesbetrieb Vermögen und Bauen des Landes, blätterte in Werksverzeichnissen und Monografien und nutzte auch das Internet als Quelle. Die Ausstellung im Muse-o unterteilt die Exponate in Gruppen. Es gibt Kunstwerke, Denkmäler und Erinnerungstafeln. Zu den Kunstwerken im öffentlichen Raum zählen etwa die Stahlskulpturen von Otto Herbert Hajek beim Mineralbad Leuze oder Stöckers "Eva" auf der Uhlandshöhe.
Ein Lieblingsstück von Ulrich Gohl ist das Mahnmal von Otto Baum am hinteren Pausenhof der Cotta-Schule. "Baum hat viel getan, um vergessen zu werden". Zehn Jahre wollte der eigenwillige Künstler nicht ausgestellt werden. Ein steinerner Löwe auf dem Spielplatz in den Unteren Anlagen soll in den 1960er Jahren im Hof des Wirtschaftsministeriums gestanden haben, später kam er auf einen Bauhof. Mehr weiß Ulrich Gohl noch nicht über das Objekt, aber er ist dran. Eine Vielfalt an Gedenktafeln verweist auf prominente Bewohner des Stadtteils. Der Humorist Oscar Heiler lebte in der Bergstraße in Gablenberg, auch das Geburtshaus Manfred Rommels in der Landhausstraße verfügt über eine Gedenktafel und in der Traubergstraße erinnert eine Plakette an den Schriftsteller und Journalisten Thaddäus Troll. Daneben findet man im Stadtbezirk etliche Kriegerdenkmäler, Mahnmäler und Sühnekreuze. Die Geschichte des Gablenberger Sühnekreuzes soll jedoch die Mär eines Stuttgarter Journalisten sein.
02.06.2010 - aktualisiert: 02.06.2010 15:14 Uhr