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"Miteinander arbeiten ist nachhaltiger"


Der Stadtteilmanager Torsten von Appen im Interview
 

Wochenblatt: Herr von Appen, Sie sind eine Art Berater der Gewerbetreibenden, ist das richtig?

Torsten von Appen: Ich gebe Impulse, und die Gewerbevereine setzen die Impulse um. Meine Intention ist es nicht, neue Konzepte zu entwickeln, die wir von oben vorgeben. Wir wollen miteinander arbeiten, das ist nachhaltiger. Wenn die Gewerbevereine an der Entwicklung und Durchführung beteiligt sind, führen sie es auch weiter fort. Bei den Gewerbevereinen gibt es die Schwierigkeit, dass die meisten ehrenamtlich arbeiten, sie haben keine Zeit, konzeptionell zu überlegen. Dafür ist meine Stelle geschaffen - zu überlegen, wie man Dinge optimieren kann.

Wochenblatt: Sie waren dabei, als in Weilimdorf aus der Werbegemeinschaft die Aktionsgemeinschaft unter dem Dach des Bund der Selbständigen (BDS) wurde. Warum ist das ein Vorteil?

Torsten von Appen: Es gibt nach außen eine bessere, klarere Präsentation - für den Kunden, für den Bürger, fürs Unternehmen. Das macht es auch leichter, neue Mitglieder zu werben. Andersherum ist es ja auch wichtig, dass die Bürger wissen, dass es die lokalen Gewerbevereine gibt, was sie leisten und wer die jeweiligen Ansprechpartner sind. Und seit Gründung der neuen Aktionsgemeinschaft werden auch Geschäfte und Unternehmen angesprochen, die nicht nur im Zentrum am Löwen-Markt angesiedelt sind.

Wochenblatt: In Weilimdorf gab es zudem 2008 den Pausenbus, der Mitarbeiter von Unternehmen aus dem Industriegebiet mittags zum Löwen-Markt fuhr, damit sie dort den Einzelhandel und Wochenmarkt nutzen konnten. Warum ist das Projekt Ihrer Meinung nach gescheitert?

Torsten von Appen: Der Pausenbus sollte von Anfang an nur drei Monate fahren, das war als Projekt so veranlagt. Das Problem war die Kommunikation in den Unternehmen. Es wurde nicht in die Tiefe getragen, wann und wo der Pausenbus fährt. Wir können ja nicht auf jeden Arbeitsplatz einen Flyer legen - wir haben unsere Ansprechpersonen in den Unternehmen, und die sollten die Informationen dann an die Angestellten weiterleiten.

Gegen Ende der drei Monate sind die Zahlen der Leute, die den Pausenbus genutzt haben, gestiegen. Aber dieses Herumsprechen dauert zu lang, und das kostet alles Geld. Wir haben die Unternehmen gefragt, ob sie Sponsoren werden möchten - aber dann kam die Finanzkrise, und es ging nichts mehr. Ich finde die Idee immer noch gut - aber es muss auch finanzierbar sein.

Wochenblatt: Wie beim Ortsbus in Feuerbach?

Torsten von Appen: Ja, der Ortsbus stand aufgrund der Finanzierung auf der Kippe. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Gewerbe- und Handelsverein ein Konzept entwickelt, um das Projekt zu stärken. Aber es braucht auch immer engagierte Leute wie Thomas Heidenwag (Vorsitzender des GHV Feuerbach, Anm. d. Red.), die sich für eine Sache richtig einsetzen.

Nächste Woche: Torsten von Appen über leer stehende Ladenflächen, verkaufsoffene Sonntage und seinen Bekanntheitsgrad in Stuttgart.


02.06.2010 - aktualisiert: 02.06.2010 14:49 Uhr

 






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