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Bildung ist Standortfaktor und Herzenssache


Um die Schulen in L.-E. zu fördern, wird an anderer Stelle gespart
 

In den Stuttgarter Schulen geht die Bausanierung vieler maroder Schulgebäude nur sehr langsam voran. Ein Sanierungsstau von 350 Millionen Euro blockiert notwendige Maßnahmen wie den Bau zusätzlicher Klassenzimmer. In Leinfelden-Echterdingen sind die Wege kürzer und es wird einiges für die Schulen getan.
 

ECHTERDINGEN

"Nächstes Jahr werden wir am Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium sieben Räume anbauen", berichtet Bürgermeister Alexander Ludwig. "Und das Immanuel-Kant-Gymnasium bekommt im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung bis 2013 neun weitere Räume."

Die Herausforderung der demografischen Entwicklung hin zum Gymnasium und weg von der Hauptschule habe man bereits gelöst. Aus bisher drei Hauptschulen wurde eine verbindliche Ganztageswerkrealschule am Standort der Ludwig-Uhland-Schule, die zum neuen Schuljahr ihren Betrieb aufnehmen wird. "Allein für die Umbau- und Sanierungskosten mussten wir rund 2, 5 Millionen Euro investieren", erzählt Ludwig.

Doch der Grundtenor im Gemeinderat sei, dass Bildung ein Standortfaktor sei. Parteiübergreifend gebe es den Konsens, dass für erforderliche Maßnahmen im Bildungsbereich die notwendigen Mittel bereitgestellt werden und für OB Klenk sei das Thema Schule eine Herzensangelegenheit. Mehr als ein Neubürger habe ihm zudem erzählt, dass er nur wegen des Bildungs- und Betreuungsangebotes "über die Autobahn rüber" gezogen sei. "Wir werden bis 2013 gut 20 Millionen Euro für die Schulen in die Hand nehmen.

Für eine Stadt mit 37 000 Einwohnern ist das eine Leistung, auf die der Gemeinderat mit recht stolz sein kann." In der Konsequenz werde in anderen Bereichen gespart. Vorzeigbare Großprojekte wie ein zentrales Rathaus oder Neubauten für die VHS oder die Musikschule werde es auf Jahre hinaus dafür nicht geben.

"Die Schulleiter aller Schulen hier sind zufrieden über die Situation hier bei uns", weiß Gabriele Nothelfer, Direktorin der Goldwiesenschule. "Sobald irgendetwas im Gebäude nicht funktioniert oder wir etwas benötigen - ein Anruf von mir und es wird gemacht." Toll sei auch, dass es für jede Schule einen Hausmeister gebe, der verantwortlich sei. In anderen Städten betreue ein Hausmeister oft mehrere Schulen.

Vor zwei Jahren seien bei ihnen die gesamten Bodenbeläge erneuert worden und sie habe eine Sprechanlage bekommen, über die man im Krisenfall schnell die ganze Schule informieren könne. "Weil wir genau wissen, wie es mit der Finanzlage aussieht, stellen wir natürlich auch keine überzogenen Forderungen", sagt Gabriele Nothelfer.

"Und da die Stadt sich um Grundlegendes und Notwendiges an den Schulen kümmert, können viele zusätzliche Dinge - Computer oder Spielgeräte auf dem Schulhof - auch mithilfe der Fördervereine realisiert werden", ergänzt die Elternbeiratsvorsitzende Beate Orgonas.


res

10.06.2010 - aktualisiert: 10.06.2010 12:05 Uhr

 

 

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