Beachvolleyballerin kämpft um EM-Teilnahme
Degerlocherin der Allianz-Damen II ist bei den Qualifikationen in Kiel dabei
Regelmäßig stellt das Stuttgarter Wochenblatt junge Talente vor. Dieses Mal erzählt Alexandra Bura von ihren ersten deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball.
Britschen, baggern und vor allem der Angriff - das ist ihre Welt. Die 17-jährige Alexandra Bura spielt seit sechs Jahren Volleyball. Seit vergangenem Jahr betreibt sie die Sportart auch auf Sand. "Ich habe schon immer gerne im Urlaub gebeacht", sagt die ehemalige Schülerin des Wilhelms-Gymnasiums. In der siebten Klasse hat sie auf Anraten ihres Trainers auf das Schickard-Gymnasium, das seinen Schwerpunkt auf die Förderung von Sport legt, gewechselt.
"Wir werden von der Schule gut unterstützt", sagt sie. "Denn häufig fehlen wegen Turnieren einige von uns Volleyballerinnen." Sieben weitere Mädels gehen mit ihr in die Klasse. Viele sind in ihrer Mannschaft. "Aber wir sind natürlich auch sonst miteinander befreundet."
Zusammen mit Beachpartnerin Sara Stängle machte sie im vergangenen Jahr, animiert durch Landestrainer Sven Lichtenauer, beim Beach-Bundespokal mit, bei dem sie den fünften Platz belegten. Dann folgten die Landesmeisterschaften in den Kategorien U17 und U18, wobei sich die beiden Sportlerinnen den ersten Platz holten und sich damit gleichzeitig für die deutschen Meisterschaften qualifizierten. Bei diesen spielten sie dann im August 2009 ganz oben mit und errangen in den Kategorien U18 und U19 beide Male den vierten Platz. Vor drei Wochen konnten sie sich dann in der U20-Kategorie den deutschen Vizemeistertitel in der Jugend holen.
Was nun folgen soll? "Hoffentlich die Teilnahme an der EM im August", sagt Alexandra. Momentan ist sie bei den Qualifikationen in Kiel bei Bundesjugendtrainerin Silke Lüdike, die sie bereits im Trainingslager im März kennen gelernt hat. "Das Training war sehr gut. Wir haben unsere Technik verbessert." Nun kommt es auf ihre Tagesform an, denn nur zwei Teams, also nur vier der Volleyballerinnen, werden zur Europameisterschaft geschickt. "Das wäre echt ein Traum, wenn das klappt."
Ein längerfristiges Ziel wäre für sie die erste Bundesliga, in der die Allianz-Damen spielen.
"Aber momentan reicht mir die Regionalliga mit der zweiten Mannschaft. Ich mag nämlich die Abwechslung zwischen Hallen- und Beachsaison." In der ersten Bundesliga sei es wegen der Verletzungsgefahr nicht so gern gesehen, wenn eine Spielerin noch nebenher beacht. "Außerdem finde ich beim Beachvolleyball toll, dass man als Spielerin alles gleich gut beherrschen muss, während man in der Halle auf seiner festen Position spielt." Dennoch will die junge Sportlerin keines von beiden missen.
Ihr Talent kommt übrigens nicht von ungefähr: Sie stammt nämlich aus einer Volleyballer-Familie. Bruder, Schwester und Vater spielen auch und ihre Mutter hat in den 70er-Jahren selbst in der ersten Bundesliga aufgeschlagen.
10.06.2010 - aktualisiert: 10.06.2010 11:51 Uhr