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"Es gibt viele Geigen, aber nur wenige Bratschen"


Serie Talent (2): Tess Klemm spielt Bratsche mit Erfolg
 

Ob im Bereich Sport, Musik oder ganz allgemein, in Gerlingen gibt es viele Menschen, die etwas besonders gut können. Das heutige Talent der Woche ist die zehnjährige Bratsche-Spielerin Tess Klemm.
 

GERLINGEN

Einmal an dem Landeswettbewerb "Jugend musiziert" teilzunehmen und dabei gut abzuschneiden: Das wünschen sich viele junge Musiker. Die zehnjährige Tess Klemm aus Gerlingen hat sich diesen Wunsch erfüllt. Sie war als eine von 1500 Teilnehmern beim diesjährigen Wettbewerb in Friedrichshafen mit dabei und konnte die Jury mit ihrem Bratschen-Spiel überzeugen. Tess Klemm erreichte in der Solowertung Streicher mit 23 Punkten einen ersten Preis.

"Ich habe mich ein halbes Jahr lang auf Jugend musiziert’ vorbereitet", erzählt Tess Klemm, die seit rund fünf Jahren Bratsche spielt. Die Entscheidung für dieses Musikinstrument verdankt sie ihrer Cousine. "Sie hat Geige gespielt und ich habe ihr mal zugehört", erzählt Tess Klemm. Sie fand es so schön, dass sie eigentlich auch Geige spielen wollte, entschied sich dann aber doch für die Bratsche. "Es gibt viele Leute, die Geige spielen, aber nur wenige, die sich für die Bratsche entscheiden, außerdem sind die tiefen Töne sehr schön", begründet sie ihre Wahl.

Das Nachwuchstalent ist erst vor einem Jahr nach Gerlingen gezogen. Nach dem Einleben in der neuen Stadt entschied sich Tess Klemm die hiesige Musikschule zu besuchen, wo sie Unterricht bei Magdalene Iseli nimmt. "Meine Lehrerin hat mir auch die Teilnahme an dem Wettbewerb empfohlen", sagt Tess Klemm, die dem Vorschlag gerne nachkam. Sie machte beim Regionalwettbewerb mit und erreichte 23 von 25 Punkten. Damit qualifizierte sie sich für den Landeswettbewerb. "Vor dem Vorspielen war ich immer ein wenig aufgeregt und danach habe ich mich über den Erfolg sehr gefreut", so Tess Klemm, die versucht täglich eine halbe Stunde zu üben.

Dabei wird sie oft von ihrem kleinen Bruder motiviert, der Gitarre spielt. "Zunächst will keiner als erstes dran sein, aber sobald der eine möchte, will dann auch der andere musizieren", erzählt Tess Klemm. Dann heißt es: "Wer als erster sein Instrument ausgepackt hat."

Doch die Zehnjährige kann nicht nur alleine spielen, sondern auch zusammen mit anderen Musikern. So zum Beispiel im Schulorchester des Robert-Bosch-Gymnasiums oder im Quartett der Jugendmusikschule. "Mir gefallen besonders schnelle Stücke sehr", erzählt sie.

Zurzeit überlegt sich Tess Klemm noch ein weiteres Instrument zu lernen. Entweder Klavier oder Geige kommen in Frage. Ganz sicher sei sie sich jedoch nicht. "Zunächst brauche ich eine neue Bratsche", sagt sie. Denn damit ist es so wie mit Schuhen, mit der Zeit wächst man aus ihr heraus.


Anna Zucht

10.06.2010 - aktualisiert: 10.06.2010 11:57 Uhr

 






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