Muss Sarrazin gehen?
"Quilten ist wie meditieren"
Liselotte Schweickhardt feiert mit Gruppe Filder-Quilter zehnten Geburtstag
Vor zehn Jahren fand sich in Leinfelden ein Gruppe Frauen zusammen, die eine gemeinsame Leidenschaft hatten: das Patchworken und Quilten. Damals stellten die Frauen in den Räumen der Bücherei in Leinfelden ihre Arbeiten aus und jetzt, zum zehnjährigen Jubiläum, präsentierten sie erneut ihre selbst hergestellten Decken, Wandbehänge, Kissen und Taschen mit wunderbaren Mustern aus filigraner Handarbeit.
Kurz bevor Liselotte Schweickhardt im Jahr 1996 ihre Arbeit als Lehrerin für musikalische Früherziehung aufgibt, beschließt sie, sich ein Hobby zu suchen.
Sie besucht in der Volkshochschule einen Kurs im Patchworken. Patchwork bedeutet wörtlich "Flickwerk", da man bei dieser Technik kleinere Stücke aus Stoff zu einer größeren Fläche zusammensetzt und dabei nach einem bestimmten Muster vorgeht. "In dem Kurs ging es um das Muster Logcabin. Ich habe sofort meine Liebe zum Patchworken entdeckt. Das Muster hat einen großen Suchteffekt, man muss einfach weiter machen und das Werk beenden", verrät Liselotte Schweickhardt. Sie besorgt sich Bücher zum Thema und besucht weitere Kurse, Ausstellungen und Workshops, um ihr Wissen zu vertiefen.
Im Jahr 2000 stellt Liselotte Schweickhardt auf einer Ausstellung in Nürtingen aus. "Kurz darauf bekam ich einen Anruf von Barbara Sachse. Wir kannten uns nicht, doch sie war begeistert von meiner Arbeit und fragte mich, ob wir nicht eine Gruppe gründen wollen", erinnert sie sich. Auf einer Ausstellung in Oberaichen erfährt auch Ingrid Boss von der Idee und ist sofort mit dabei.
Seitdem treffen sich die Filder Quilter einmal im Monat in Bernhausen in den Büroräumen des Vereins "Frauen helfen Frauen". "Wir sitzen zusammen, reden, tauschen Ideen und neue Techniken aus und quilten natürlich nebenher", erzählt Liselotte Schweickhardt.
Das Zusammenfügen und Zusammennähen der Stoffstücke nennt man Patchworken. Ein Quilt, also eine Steppdecke, besteht aus drei Schichten. Die oberste Schicht ist die Patchworkschicht, in der Mitte befindet sich ein Vlies und die unterste Schicht besteht meist aus einem einfarbigen Stoff.
Mit dem Quiltstich werden diese drei Lagen dann zusammengequiltet, wobei der Quiltstich wieder ein eigenes Muster darstellt.
Das Besondere am Patchworken und Quilten ist die große Kreativität, die man einbringen kann. Neben den traditionellen vorgegebenen Mustern, die mithilfe von Schablonen gelegt werden, gibt es auch moderne Quilts mit ganz freier Gestaltungsmöglichkeit. "Ich habe mir dafür in meinem Nähzimmer eine große Pinnwand aufgehängt. Auf der befestige ich mit Stecknadeln die einzelnen Stoffstücke und lege sie zu Mustern und entwickele sie weiter", beschreibt die Quilterin.
Es seien viele Arbeitsstunden nötig, um eine große Decke zu fertigen.
"Aber ich genieße es. Quilten ist für mich wie meditieren, ich versinke völlig darin."
24.06.2010 - aktualisiert: 24.06.2010 12:33 Uhr
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