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Junger Tüftler mit Patent


Thomas Nesch: Mit neuem Sensor stehen Roboter nicht mehr "auf dem Schlauch" - Zum Studium geht's nach Cambridge
 

Schon als kleiner Junge schraubte und schweißte er am Traktor seines Vaters - einem Nebenerwerbslandwirt in Haigerloch-Stetten - rum, um ihn wieder flott zu kriegen. Thomas Nesch ist ein Tüftler und Bastler durch und durch, dem neben dem handwerklichen Geschick auch noch jede Menge Köpfchen und innovative Ideen in die Wiege gelegt wurden. So hat der 21-Jährige bereits einen Sensor auf den Weg gebracht, mit dem selbst kleinste Flüssigkeitsverluste an den Schläuchen von Lackierrobotern feststellen kann.
 

Dass er so viel Köpfchen hat ist Nesch bislang nicht in den Kopf gestiegen: Sympathisch bodenständig, fast schüchtern kommt er daher, wenn er aus seinem noch jungen Leben erzählt: "Mit einfachen Lego-Bausteinen fing's an, dann kamen die Technik-Baukästen, die immer größere Ausmaße annahmen."

Nach dem Abschluss der Realschule mit einem Notendurchschnitt von 1,2 steht für ihn fest: eine Ausbildung bei Daimler muss es sein. So kam er mit 15 Jahren ins Mercedes-Werk nach Sindelfingen und begann eine Lehre als Mechatroniker.

Bereits in der Berufsschule fällt der junge Schwabe durch seinen unbändigen Ehrgeiz und Wissensdurst auf, stellt Fragen zu technischen Details. Schon im ersten Ausbildungsjahr leitet er einen zweiwöchigen Azubi-Lehrgang zum Thema Drehstromtechnik.

Doch zur Hochform läuft er auf, wenn er ganz für sich arbeiten und tüfteln darf. In der Azubi-Firma "A-tronic", bei der die Lehrlinge Aufträge eigenständig bearbeiten können, wird der Grundstein für die Entwicklung des wegweisenden Sensors gelegt.

Nesch bekommt von der Daimler-Lackiererei die Aufgabe, einen Sensor zu entwickeln der auch sehr kleine Lecks in den Lackierrobotern erkennen kann.

Er beißt sich daran regelrecht fest, opfert Freizeit und Urlaub, um das Gerät zu bauen.

Mit dem Erfolg, dass der Sensor, der auf optischer Basis funktioniert, so gut ist, dass er bereits bei der Produktion einer Luxuslimousine bereits im Einsatz ist.

Sein Meister und Mentor Jürgen Ziniel gibt ihm den Tipp, sich mit dem Sensor bei "Jugend forscht" zu bewerben. Mit durchschlagendem Erfolg: Im Jahr 2008 wurde er damit im Bereich Technik Bundessieger. "Das war ein totales Glücksgefühl für mich", so Nesch.

Und bei den 60 Intel International Science an Engineering Fair 2009, quasi dem weltweiten Jugend-forscht-Forum, räumte er mit seiner Innovation ebenfalls ab, mit dem 1. Preis, der mit 5000 US-Dollar dotiert war.

Und seit kurzem hat der Jungforscher sogar einen eigenen Kleinplaneten! Das Massachusetts Institute of Technology taufte den jüngst entdeckten sechs Kilometer großen Planetoiden "25617", der zwischen Mars und Jupiter im Asteroidengürtel die Sonne umkreist, im Juni in "Thomasnesch" um.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der Sensor in der gesamten Daimler-Produktion zum Einsatz kommt. Gut, dass er das gute Stück bereits patentieren ließ. Tipps für die anstehenden Verhandlungen mit Daimler bekam er von Jochen Scherschmidt, der auch für die Marke mit dem Stern arbeitet.

Das Abi hat er seit kurzem in der Tasche, die Technische Oberschule Stuttgart schloss er mit der Traumnote 1,0 ab. Seine weiteren Pläne? "Ich hab' mich bei der University of Cambridge für den Studiengang Elektrotechnik beworben." Dem dürfte bei seinen nicht zu unterbietendem Notenschnitt und seinem Tüftlerimage wohl nichts im Wege stehen.

In Cambridge peilt er den Abschluss "Master of Engineering" an. Von Daimler hat Nesch, der natürlich Interesse an dem talentierten Forscher hat, eine Freistellung bis zum Jahr 2015 bekommen.

"Toll wäre es, wenn ich danach am Daimler-Forschungsstandort in Ulm arbeiten könnte", blickt der 21-Jährige voraus.

In der Freizeit kümmert sich Nesch im Jugendforum von "Jugend forscht" als Mentor und Wegbegleiter um junge Talente, zu Hause in Haigerloch spielt er in der Bergmannskapelle Saxofon. "Der Höhepunkt ist da unser Auftritt im Salzbergwerk", erklärt er.

Und seinen Körper hält der Jungforscher mit Schwimmen fit.

Helmut Winkler



Porträt


07.07.2010 - aktualisiert: 07.07.2010 18:23 Uhr

 






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