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"Kontrollierte Schizophrenie ist bei Schauspielerei hilfreich"


Ein Musberger im Fernsehen: Dieter Poschmann alias Curd Berger
 

Wer ihm auf der Straße begegnet, denkt sich vielleicht: Das Gesicht kenn’ ich doch irgendwoher? Gut möglich, dass man ihn schon einmal im Fernsehen gesehen hat. Denn Dieter Poschmann aus Musberg ist unter dem Künstlernamen Curd Berger als Darsteller in Vorabendserien, Spielfilmen, Werbefilmen und Abschlussarbeiten von Studenten der Filmakademie zu sehen.

MUSBERG

"Angefangen hat alles vor gut zwanzig Jahren", erzählt Curd Berger. "Ich wollte etwas für mein Selbstvertrauen tun und bin zum Theater unter den Kuppeln gegangen." Im Theater unter den Kuppeln ist gerade eine Rolle in einem Kinderstück frei und Curd Berger bekommt seine Chance: Er darf einen Waldschrat spielen. "Ich habe damals all meinen Mut zusammengenommen, gespielt und die Resonanz war überwältigend. Der Applaus, der Blick in die glücklichen Augen der Kinder - mir war sofort klar, das will ich weiter machen", erinnert sich der 57-Jährige.

Neben seinem Beruf als Elektroniker spielt Curd Berger von da an Theater und wird Gründungsmitglied des Musberger Theater- und Kulturvereins. Er wirkt in den Weihnachtsspielen mit und bekommt viele Komplimente für seine Gesangsstimme.

Curd Berger hat nie eine schauspielerische Ausbildung absolviert, er ist sozusagen ein Naturtalent. "Eine Art kontrollierte Schizophrenie ist bei der Schauspielerei sehr hilfreich", erklärt er. "Die erste Person ist man selbst, der zweite Platz ist frei für eine Rolle. So kann man einfach umswitchen zu einer beliebigen Rolle." Es gebe noch zwei andere Arten von Schauspielern, beschreibt er weiter. "Es gibt den, der in einer Rolle immer sich selbst spielt, weil er sich selbst nicht vergessen kann. Und dann gibt es noch den Typ Schauspieler, der zu sehr in eine Rolle einsteigt und sich verliert. Ich denke, meine Art ist die beste." Nach einiger Zeit am Theater hört Curd Berger von einem Casting in Hürth. Eine Castingfirma macht Probeaufnahmen für verschiedene Produktionsfirmen.

"Ich habe mich tagelang vorbereitet und den Text bis auf die letzte Silbe gebüffelt. Doch dann war es so, dass man den Text sinngemäß wiedergeben sollte und nicht wörtlich", berichtet er. Das Casting läuft trotzdem sehr gut und Curd Berger bekommt seine erste Rolle in der Serie Lenßen und Partner. "Die Schauspielerei ist Erfüllung für mich", sagt Curd Berger. "Ich freue mich jedes mal darüber, dass es mir wieder gelungen ist, in eine ganz andere Rolle zu schlüpfen." Außerdem bewahre es ihn vor einer Depression, da er seine Arbeit als Elektroniker verloren habe.

Curd Berger denkt gern an das Casting für das Musical "Dirty Dancing" in Berlin zurück. "Ich bin mit zwei anderen Männern bis ins Finale gekommen. Die Autorin Eleanor Bergstein kam dann aus den USA zur Auswahl und entschied sich letztendlich doch für einen der anderen Bewerber. Aber ich hätte niemals erwartet, überhaupt so weit zu kommen und ich bin froh, dabei gewesen zu sein."


Rebecca Stahlberg

08.07.2010 - aktualisiert: 08.07.2010 14:20 Uhr

 

 

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