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"Man fühlt sich sicherer"


Anne Becker (27) und Nadine Hilcz trainieren bei VFK Germania
 

Frauenboxen hat sich etabliert, wenn es zu Anfang auch umstritten war. Den ersten Frauenboxkampf in Baden-Württemberg veranstaltete die VFK Germania 1982 in einem Autohaus im Stuttgarter Osten. Für den Stuttgarter Verein trat damals die Theologiestudentin Ulrike Heitmüller an.

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Es hat schon einige Zeit gedauert, bis der Boxsport auch bei jungen Mädchen angekommen ist. In der VFK Germania sind sie zwar heute noch in der Minderzahl, dennoch finden immer mehr Mädchen zum Boxen. "Das waren auch die Live-Übertragungen von Boxkämpfen im Fernsehen wie etwa mit Regina Halmich, die junge Mädchen auf die Sportart aufmerksam gemacht haben", so der Vorsitzende der VFK Germania, Ernst Benkesser.

So war es bei der zwölfjährigen Nadine Hilcz, die zuvor Judo betrieb. Sie war begeistert von einer TV-Kampfübertragung. "Wie die da standen, wie sie zugeschlagen haben. Da wollte ich das auch", erklärt sie. Das harte Training hat ihr nicht nur mehr körperliche Fitness eingebracht, sondern auch mehr Selbstbewusstsein. "Ich bin manchmal schüchtern, die Leute anzusprechen. In der Schule gibt es Jungs, die beleidigen Mädchen. Da kann ich mich heute gut wehren", erzählt die Schülerin.

An Selbstbewusstsein, innerer Stärke und Haltung hat auch die 27-jährige Anne Becker gewonnen, die ansonsten als Betriebswirtin arbeitet. "Meine Freundin, Anne Chagnaud, und ich, wollten unbedingt ne ganz harte Sportart machen", so Anne Becker. Nach Tennis und Leichtathletik suchten die beiden jungen Frauen eine Herausforderung. Anne Becker beschreibt die Vielfalt im Training als eine attraktive Kombination. "Es geht nicht nur um Hauen und Schlagen. Es geht auch um Dinge wie Bauchatmung, um Körperhaltung und darum, wie man sich schützt. Wir haben ein intensives Konditionstraining, Krafttraining, Sit ups, Zirkeltraining, Technikübungen", so die junge Betriebswirtin. Bei dem intensiven Training komme man an seine körperlichen Grenzen. "Ich brauche das, um meinen Körper zu spüren", meint Anne Becker. Zwei Mal wöchentlich trainiert sie bei der VFK Germania. "Eine Supergemeinschaft", sagt sie. Leute jeden Alters, Männer und Frauen, sämtliche Berufsgruppen trainieren zusammen. Außerdem läuft sie regelmäßig Langstrecken und hat erst vor kurzem zusammen mit Angela Felber, ebenfalls von der VFK Germania, einen Halbmarathon gelaufen. Anne Becker sieht den Sport als Ausgleich zum Büro. In den Ring möchte sie allerdings nicht steigen. "Ich liebäugel damit, hab aber schon Angst davor", meint die Betriebswirtin.


Melanie Axter

08.07.2010 - aktualisiert: 08.07.2010 14:24 Uhr

 






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