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"Stadtbezirk am Rande tangiert"


Sprecher Wolfgang Drexler informiert über Stuttgart21
 

In der vergangenen Woche waren der Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, Wolfgang Drexler, sowie die Bürgerbeauftragte der Stadt für S 21, Alice Kaiser, zu Besuch im Bezirksbeirat Stuttgart-Ost. Drexler erläuterte die Auswirkungen des Bahnprojekts auf den Stadtbezirk. Über 100 Besucher hatten sich im Bürgersaal eingefunden - die Gemüter waren erhitzt. Sechs Fragen des Bezirksbeirats sollten beantwortet werden.
 

S-OST

Eine Glanzleistung der Kommunikation ist Drexlers Vortrag zu Anfang nicht gerade. Der Sprecher des Bahnprojekts liest zügig, beinahe zu schnell, seine Unterlage zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm vor und ab. Sein Kopf über die Unterlagen geneigt, nimmt er mit den Zuhörern zunächst kaum Blickkontakt auf.

Die technische Sprache des Kommunikationsbüros tut ihr Übriges. Später wird er lebhafter, im Disput. Dass es sich beim Planfeststellungsabschnitt 1.2 um den zu errichtenden Fildertunnel mit zwei zweigleisigen Tunnelröhren, der auf Höhe Urbanstraße beginnt, handelt, liest sich in zwei schnellen Sätzen herunter.

Wesentlich für den Stadtbezirk ist dabei, dass dieser bereichsweise unterfahren wird. Die betroffenen Grundstücksbesitzer seien bereits vor Jahren über den Tunnelverlauf informiert worden. Auch für die Bezirksbeiräte sind Drexlers Ausführungen neu, denn ansonsten übliche Beschlussvorlagen wurden für diesen Tagesordnungspunkt nicht verteilt. Laut den Planfeststellungsbeschlüssen erwartet Drexler für den Stuttgarter Osten keine Beeinträchtigungen. So soll die Neugestaltung der Haltestelle Staatsgalerie keine Auswirkungen auf den Verkehr der Buslinien 40 und 42 haben. Nur die Haltesstelle der Buslinie 42 in der Sängerstraße müsse während der Bauzeit in die Landhausstraße verlegt werden. Der Abtransport der Ausbruchsmassen vom "Zwischenangriff" Ulmer Straße erfolge über die Talstraße auf die B10 und tangiert den Stadtbezirk nur ein kurzes Stück am Rande des Gaisburger Industriegebiets. Ein Abtransport des Erdaushubs vom "Anfahrtsstollen Rettungszufahrt Stuttgart Hauptbahnhof Süd" sei nicht über die Tal- und Wagenburgstraße vorgesehen. Eben solches gelte für den "Zwischenangriff Sigmaringer Straße und Tränkestraße". Beim Tunnelbau sei nicht wie bei der Probebohrung in der Ameisenbergstraße mit Wasseraufbrüchen zu rechnen. Städtebaulich könnte der Stuttgarter Osten in mehrerer Hinsicht profitieren: Eventuell spätere Tieferlegung der B 14 am Knoten Heilmannstraße, verbesserte Anbindung des Stöckach an den Park und an die Innenstadt.

Was den Lastkraftwagenverkehr außerhalb der Baulogistikstraße betrifft, muss Drexler Zahlen schriftlich nachliefern.

Manche Bürger sind enttäuscht, dass Drexler auf diese Frage keine Antwort geben kann. Die 280 zu fällenden über 200 Jahre alten Bäume im Schlossgarten können "emotional nicht ersetzt werden", so Alice Kaiser, die die Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen in diesem Bereich erläutert.


max

28.07.2010 - aktualisiert: 28.07.2010 20:54 Uhr

 






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