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CSD ist nicht Loveparade

Veranstalter und Stadt sind sensibilisiert nach Duisburg-Drama
 

Der Schreck, den die Loveparade in Duisburg mit 21 zu Tode getrampelten Menschen hinterlassen hat, wird noch lange nachwirken. In Stuttgart ist die Erleichterung, das Großereignis vor drei Jahren abgewiesen zu haben, förmlich zu spüren. Trotzdem wird auch bei der Christopher-Street-Day-Parade im Kleinen nachgebessert.

Katrin Schenk

Nichts miteinander vergleichen, was in vielen Bereichen nicht vergleichbar ist, das scheint die Devise bei allen zu sein, die mit Großveranstaltungen zu tun haben. Trotzdem ist man auch in Stuttgart hellhörig geworden: "Ich hab mir die Loveparade in Duisburg aus beruflichem Interesse im Fernsehen angeschaut, bevor das Unglück passiert ist", sagt Alfons Nastold vom Amt für öffentliche Ordnung, der seit 25 Jahren mitverantwortlich ist für die Sicherheit bei Großereignissen. "Ich bin weit davon entfernt, jemand die Schuld zuzuweisen", sagt er, aber dass etwas schieflief, sei offensichtlich gewesen.

Nastold war dabei, als vor drei Jahren in Stuttgart überlegt wurde, sich für die Loveparade 2007 zu bewerben: "Rainer Schaller, der Loveparade-Geschäftsführer, hat seine Vorgaben vorgestellt." Es wurden zwei Varianten ausgearbeitet. "Es ging nicht um die Breite der Straßen, der kritische Punkt war die Zusammenkunft auf einem zentralen Platz, was letztlich auch in Duisburg die Unglücksursache war."

Der Schlossplatz wäre viel zu klein gewesen. "Die Stadt hat sich von der Bewerbung zurückgezogen, und natürlich ist heute jeder erleichtert darüber." Trotzdem haben sich die Verantwortlichen von Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und die Veranstalter des Christopher-Street-Days (CSD) am Montag zusammengesetzt und nochmals überlegt, ob es kritische Stellen bei der Parade am Samstag geben könnte: Eine Baustelle in der Tübinger Straße wird nun umgangen.

Aufgrund des Gerüstes am Kaufhaus Breuninger gibt es einen kurzen geänderten Streckenabschnitt hin zum Karlsplatz. Der Marktplatz wird nicht angefahren. Nicht unproblematisch, so Nastold, seien aber die "offenen Veranstaltungen", bei denen niemand die Besucherzahlen voraussagen kann. "Bei der Meisterschaftsfeier des VfB Stuttgart 2007 hatte ich im Voraus große Bedenken."

Damit das Risiko so gering wie möglich ist, muss jeder Veranstalter ein paar Wochen vor dem Ereignis einen Plan mit allen Sicherheitsvorkehrungen beim Ordnungsamt einreichen: "Wenn Pyrotechnik vorgesehen ist, dann werden bei der Feuerwehr, die sowieso anwesend ist, zusätzliche Kräfte angefordert", so Jörg Klopfer von der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart.

"In der Schleyerhalle gibt es für einen Notfall allein 42 Hauptfluchttüren." Sogar beim Public Viewing auf dem Schlossplatz während der Fußball-WM 2006 hätte es Möglichkeiten gegeben, die Gitter des abgesperrten Areals schnell zu öffnen.

"Die CSD-Parade ist eine andere Veranstaltung als die Loveparade, wir führen sie seit elf Jahren durch ohne Zwischenfälle, es gibt keine Parallelen - und wir würden uns wünschen, dass unsere politischen Forderungen nicht in den Hintergrund treten", sagt Christoph Michl, Vorstand der IG CSD.

Mehr Informationen im Internet unter http://www.csd-stuttgart.de.


29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:00 Uhr

 






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