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Vereinigte Schwäbische Filderate


Schule als Staat am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium
 

Der Juli stand ganz im Zeichen des Projektes "Schule als Staat". Die Hymne erklang, die Flaggen waren gehisst und mit einem geschmückten Traktor fuhr König Andi Schweizer der Erste vor.
 

SIELMINGEN

Das Staatsgebiet der Vereinigten Schwäbischen Filderaten umfasste mehrere Tausend Quadratmeter, bei rund 546 Staatsbürgern und unzähligen Touristen. Damit gehörten die Vereinigten Schwäbischen Filderate zu einem der dicht besiedeltsten Staaten der Erde. Die Einreisebestimmungen waren problemlos, es bedurfte lediglich eines Visums und eines kleinen Devisenkaufs. Für einen Euro gab"s 10 Fildermark. Einreisedatum und Uhrzeit wurden jedoch genauestens von den Grenzschützern festgehalten. Eine gewisse Stressresistenz war bei dem kompetenten Personal unabdingbar.

Allgemein spielte die Grenzsicherung bei den Vereinigten Schwäbischen Filderaten eine bedeutende Rolle. Denn durch scheinbar unzählige Schlupflöcher hätten Menschen aus der rundherum angrenzenden Bundesrepublik Deutschland illegal in die Vereinigten Schwäbischen Filderaten einwandern können. Nachdem am 20. Juli die Grenzübergänge offiziell geöffnet wurden, zeigte sich die volle Wirtschaftskraft dieser noch so jungen Nation. Der Einzelhandel und Dienstleistungssektor meldeten Rekordumsätze. Das Angebot war riesig. So gab es zum Beispiel eine Beachbar, ein Staatstheater, ein Kino, Mode-, Kosmetik- und Friseursalons, eine Pizzeria und vieles mehr.

Rund ein Jahr hatten sich die Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums auf den großen Staatsakt vorbereitet. Nach der symbolischen Machtübergabe durch Schuldirektor Peter Bizer, lobte Kanzler Samuel Brielmaier das umfangreiche Projekt: "Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Wir haben eine Hymne bekommen und eine Flagge gehisst, es gab, sehr zu meiner Freude, viele Betriebsgründungen und wir hatten einen spannenden Wahlkampf, an dessen Ende alle vier zur Wahl stehenden Parteien ins Parlament einzogen." Zum ersten Staatsbesuch war auch Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker angereist und erklärte: "Beim Projekt Schule als Staat wird praktisch geübt wie Politik und Wirtschaft funktionieren und welche Hindernisse überwunden werden müssen." Sie fühlte sich geehrt, dass sie als erste Besucherin mit Visum vom Staatsoberhaupt in die Vereinigten Schwäbischen Filderate eingeladen wurde.

Doch bis es soweit war, gab es eine Menge zu tun. Zunächst galt es eine demokratische Staatsform zu wählen und diese in der Planungsphase von einem Kreis interessierter Schüler, dem Organisationsteam, zu erarbeiten. Die Schülerschaft gab sich eine Verfassung, ein Wirtschaftssystem wurde ausgearbeitet und schließlich wurden Parteien gegründet, deren Mitglieder sich aus Schüler- und Lehrerschaft rekrutieren und die einen Wahlkampf um die Macht im neuen Parlament führen. Schülerin Claudia Völlm vom Organisationsteam erinnert sich: "Am meisten hat mich die Umsetzung beeindruckt. Denn wenn alles organisiert ist und sämtliche Projektgruppen in einander greifen und miteinander funktionieren, dann wird"s erst richtig spannend."


pn

29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 10:52 Uhr

 

 

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