
Winterschlussverkauf
Achtung Schuldenfalle
Schulprojekt klärt auf - Verschuldung bei 15 Prozent - Handlungsbedarf
Klamotten, Geschenke, Bücher, Musik, Klingeltöne fürs Handy, alles lässt sich schnell und problemlos per Mausklick im Internet bestellen.
Es wimmelt nur so von Schnäppchenangeboten im Netz und die Verführung zum Geldausgeben ist gerade bei Jugendlichen groß. Hier setzt das Schulprojekt "Achtung Schuldenfalle" an: Wie gehe ich vernünftig mit Geld um? Wofür gebe ich mein Geld aus? Muss ich immer beim "letzten Schrei" dabei sein? Bereits zum zweiten Mal wird der Kurs im Rahmen des Projektnachmittags an der GHS Jahnschule Harthausen angeboten und von zahlreichen Hauptschülern der Klasse fünf bis acht gut angenommen.
Kursleiterin ist die pädagogische Assistentin Gertraud Kloha Zaißer, die mit unterschiedlichen, abwechslungsreichen Angeboten die Schüler beim Thema Geld zum Nachdenken anregt - und das mit nachhaltigem Erfolg. "Der Kurs hat mir viel gebracht", meint Sven aus Klasse acht. "Ich werde nicht mehr so leichtfertig mit Geld umgehen. Ich werde auch im Internet beim Bestellen immer genau das Kleingedruckte lesen." Durch den schnellen Klick ins Internet oder den leichtfertigen Tastendruck auf dem Handy sind Jugendliche heute viel gefährdeter als früher. Daher legt Kloha-Zaißer auch großen Wert auf das Thema Werbung.
Die Schüler erstellen eine Mindmap und ergründen, was Werbung bezwecken soll, warum das tolle Image als so bedeutungsvoll hingestellt wird. Für die Kursleiterin ist ein wichtiges Fazit des Projektangebots: "Die Kinder sollen überlegen lernen, muss ich immer unbedingt dazugehören und wofür gebe ich mein Geld aus." Die Angebote im Kurs sind abwechslungsreich und erreichen die Schüler: sie erstellen einen Steckbrief, machen eine Umfrage zum Thema Taschengeld, erfahren einiges über die rechtliche Situation von Jugendlichen, benutzen einen Taschengeldplaner, machen Bankspiele im Internet, erleben im Internet Taschengeldgangster und analysieren Werbesprüche.
"Ich habe jetzt eine andere Einstellung zum Geld", gibt Nico aus der achten Klasse zu. "Ich werde mir in Zukunft mehr Gedanken darüber machen." Chalil aus der siebten Klasse ist sich nach dem Kurs umso mehr bewusst, "wie wichtig es ist, dass man sein Geld richtig verwalten kann und dass man mit Geld clever umgehen kann.
Immerhin ist es ja mein Geld." Maria aus der fünften Klasse will sich in Zukunft beim Shoppen "mehr Gedanken machen, auch wenn mir das nicht leicht fällt." Über diese Nachhaltigkeit freut sich Rektor Ullrich Heller, der dankbar ist, dass dieses Kursangebot durch das Filderstädter Referat für Chancengleichheit ermöglicht wird: "Die Kinder erlernen hier wichtige Erkenntnisse für ihre Zukunft."
Angesichts einer Verschuldung von 15 Prozent der 14- bis 21-jährigen Jugendlichen, die Verbindlichkeiten von rund 1800 Euro haben, ist auch dringender Handlungsbedarf angesagt, den die Leiterin des Referats Edeltraud Herrmann erkannt und in die Tat umgesetzt hat. "Ich weiß jetzt, wie schnell man in eine Vertragsfalle im Internet tappen kann", bekennt Marvin. "Sonst wird es teuer", mischt Sven sich ein.
"Man muss ganz arg aufpassen", meint die Sechstklässlerin Ogün.
Eins ist sicher: Die Teilnehmer des Kurses werden in Zukunft finanziell sicher mehr auf der Hut sein.
29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:00 Uhr