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Verpesten Bagger und Kräne bei Stuttgart21 die Luft?

Umwelthilfe: Bahn setzt Maschinen ohne Rußpartikelfilter ein
 

Das Thema Stuttgart 21 - so scheint"s, kommt nicht zur Ruhe. Jetzt wartet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit harscher Kritik gegen die Deutsche Bahn auf: Die Bagger, Kräne und Abrissbirnen würden ohne Dieselrußfilter an die Arbeit gehen.

Helmut Winkler

Der Grund für diese Annahme liegt an der europaweiten Ausschreibung, die die Bahn für die Bauarbeiten herausgegeben hat: "Die Bahn AG hat keine Anforderungen an die Dieselruß- und Feinstaubemissionen der Baumaschinen festgeschrieben", heißt es in der Presseerklärung.

Wenn das wirklich zutreffen sollte, wären die Folgen nach Einschätzung des Verkehrsexperten Dr. Axel Friedrich fatal: "Die Rußpartikelbelastung würde in Stuttgart um bis zu 30 Prozent zunehmen." Und das in einer Stadt, die bei den Feinstaubwerten im Großstadtvergleich ganz weit hinten liegt. Am Neckartor wurde das Schadstofflimit in diesem Jahr bereits 68-mal überschritten, fürs ganze Jahr wurde aber ein Richtwert von maximal 35 Überschreitungen festgelegt.

Es sei abzusehen, so Friedrich, dass bei diesem Szenario - die Baumaschinen laufen von 8 bis 18 Uhr - nicht nur die Lungen-, sondern auch die Herz- und Kreislaufbeschwerden in der Bevölkerung zunehmen werden.

Die Umwelthilfe will nun auf die Offenlegung der Ausschreibung für die Bauaufträge klagen, die die Bahn selbst als "Geschäftsgeheimnis" deklariert.

"Eine Frechheit", meint Friedrich. "Ein weiterer Skandal in der skandalreichen Geschichte von Stuttgart 21", bekräftigt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch die Aussage des Verkehrsexperten. Allein schon die Aussage auf der Homepage der Bahn (http://www.das-neue-herz-europas.de), nur das "wirtschaftlich günstigste Angebot" bei den S-21-Arbeiten zu nehmen, wertet die DUH als Beleg für den Einsatz von Baumaschinen, die billig sind und daher keinen Rußpartikelfilter haben werden. Selbst die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt, habe, so Friedrich, auf Anfragen "keine Ausschreibungsunterlagen der Bahn" vorliegen. Der Skandal schlechthin, wenn das wahr sein sollte.

Derweil beschwichtigt die Bahn, dass man bei Stuttgart 21 "nur emissionsarme Fahrzeuge" einsetzen werde.

Ab Mitte August sind wir bestimmt schlauer: Dann rücken nämlich die Bagger und Kräne an.


29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:00 Uhr

 






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