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Mit Lärm und Sitzblockade gegen die Gelöbnisfeier

Aktion "Gelöbnix" mit Kundgebung in Stuttgart
 

An Misstöne beim Bundeswehrgelöbnis am Freitag in Stuttgart werden sich nicht nur die Gehörgänge der Citypassanten, sondern auch die der rund 650 Rekruten vor dem Neuen Schloss gewöhnen müssen: Die Aktivisten von "Gelöbnix", Gegner der Gelöbnisfeier, versuchen ab 13 Uhr mit Samba-Klängen und einer Kundgebung mit Reden dem Zapfenstreich einen Streich zu spielen.

Helmut Winkler

Am Dienstag war die Genehmigung für die Demo bei der Commerzbank noch nicht auf dem Tisch, doch Roland Blach, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft, gibt sich gelassen: "Die Kundgebung ist im Prinzip zugesichert." Redebeiträge werde es "auch nach 15 Uhr geben", so Blach, somit zu der Zeit, in der die Rekruten ihren Eid nur 100 Meter weiter ablegen werden.

"Mit dem Gelöbnis sollen die Einsätze der Bundeswehr im Ausland bestärkt werden", erklärt Linken-Politiker Thomas Hasch. Das Gelöbnis diene als "Verharmlosung von Krieg und der Missachtung der Opfer von Bundeswehreinsätzen".

Als Redner auf der Kundgebung werden neben dem Kabarettisten Peter Grohmann Bettina Schulze, stellvertretende Juso-Vorsitzende, und Heike Hensel, MdB Die Linke, erwartet.

Doch allein mit Reden und Musik will man sich bei der Protestkundgebung nicht begnügen. "Wir machen eine Sitzblockade gegen das Gelöbnis", erklärt Ariane Raad vom "Offenen Treffen gegen Krieg und Militarisierung Stuttgart".

An drei Standorten rund ums Neue Schloss, unter anderem am Mahnmal für die Opfer des Faschismus, sollen Blockaden stattfinden. "Selbst wenn wir damit nur eine Verzögerung des Gelöbnisses erreichen", so Raad, "haben wir einen großen Erfolg erreicht."

Derweil gibt es Stimmen aus den Reihen der Befürworter. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag erklärt: "Ich freue mich, dass dieses öffentliche Gelöbnis als Zeichen dafür stattfindet, dass die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft steht. Gerade für die Auslandseinsätze verdienen die Soldaten große Anerkennung."


29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:01 Uhr

 






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