
Winterschlussverkauf
Das Tolle daran ist, Leben zu retten
Fünf Jungs sind aktuelle Bezirksmeister im Rettungsschwimmen
Lidija Lenic
SILLENBUCH/PLIENINGEN
Heiße Sommertage am Strand, im Rettungsturm sitzend aufs Meer hinausblickend und gut gebaute Rettungsschwimmerinnen im knappen Badeanzug: Diese Baywatch-Romantik entspricht sicherlich nicht dem wirklichen Alltag eines Rettungsschwimmers, jedenfalls nicht in den deutschen Küstengebieten.
Erste-Hilfe-Ausbildung, Ausdauer und Pflichtbewusstsein müssen auch erst angehende Rettungsschwimmer vorweisen. Das lernen derzeit die fünf Jungs der DLRG-Ortgruppe Südwest-Plieningen (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft). Sie sind vergangenes Jahr bei ihrem ersten großen Wettkampf, den Württembergischen Meisterschaften in der Alterklasse Zwölf, mitgeschwommen und haben prompt den dritten Platz belegt.
In diesem Jahr haben sich Daniel (elf Jahre), Michael (13), Benedikt (13), Aurel (13) und Fabian (13) sogar den Titel bei den Bezirksmeisterschaften in der höheren Altersklasse 13 geholt. "Nächstes Jahr sind wir dann hoffentlich wieder bei den Württembergischen Meisterschaften dabei", sagt Benedikt. Bis dahin wird weiterhin fleißig im Plieninger Stadtbad trainiert. Neben den Trockenübungen sprich dem Erlernen der Herz-Lungen-Belebung werden verschiedene Schwimm- und Tauchübungen kombiniert. "Das Puppen-Schleppen und der Gurtretter sind Disziplinen, die die Jungs auch schon im Wettkampf zeigen mussten", erklärt Trainer Kurt Damnig. Der Gurtretter ist eine Art flexible Rettungsboje aus Schaumstoff. "Meine Stärke ist, glaube ich, das Puppen-Schleppen", sagt Benedikt. 70 Kilo wiegt der "Plastik-Mann". Im Wasser sind das dann etwa 40 Kilogramm Gewicht, die auch ein 13-Jähriger abschleppen muss. Michael schätzt sich am besten im Streckentauchen ein. "Dabei müssen auch Hindernisse unter Wasser umschwommen werden oder Sachen hochgeholt."
Besonders gute Flossen-, Rücken- und Kraulschwimmer sind die anderen drei. Sie alle haben auch schon das Rettungsschwimmerabzeichen Bronze. Mit 14 Jahren soll dann das Silberne folgen. Der Unterschied zum normalen Wettkampf-Schwimmen ist, dass es beim Rettungsschwimmen um Geschicklichkeit geht, nicht um Schnelligkeit. Ihre Pflicht in der Praxis erfüllen, müssen sie als Aufsicht in den hiesigen Bädern. "Meist am Wochenende sind wir dann dritte Aufsicht", sagt Fabian, der im Sillenbucher Bädle schon eine Rettung miterlebt hat. "Meine Schwester musste da ein Kleinkind retten, weil der Vater, ein Inder, nicht schwimmen konnte."
Doch laut Damnig darf der Spaß nicht auf der Strecke bleiben. "Die Jungs sind talentiert, gerade weil sie schon lange schwimmen und immer diszipliniert dabei sind - und der Erfolg hat sich ja eingestellt."
29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:01 Uhr
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