Konzentration und Hingabe
Serie "Was mach" ich im Sommer?" - Heute: Bogenschießen
Das Wochenblatt stellt in diesem Sommer Sportarten und Freizeitaktivitäten vor, die man bei schönem oder auch weniger schönem Wetter in der freien Natur betreiben kann. Heute ist Bogenschießen an der Reihe. Auf dem Bogenplatz des Bogensportclub Stuttgart zwischen Fernsehturm und Flughafen, etwas außerhalb von Riedenberg, kann man sich im Bogensport ausprobieren.
"Beine hüftbreit auseinander, Ellbogen runter, Finger unters Kinn beim Spannen und die Sehne an die Nase" - allen Kommandos zu folgen, ist gar nicht so einfach. Doch nach ein paar Versuchen klappt es schon besser, der Körper gewöhnt sich an die Bewegungsabläufe und die Pfeile fliegen tatsächlich ins Goldene. Dieter Heinz geht nach vorne und zieht die Pfeile aus der Zielscheibe.
"Das Wichtigste am Anfang ist, dass man wiederholbar an die gleiche Stelle schießt, also die Pfeile gruppiert", erklärt er. "An welche Stelle auf der Zielscheibe die Pfeile fliegen, ist zunächst egal, denn das kann man später mit dem Bogenvisier ausgleichen, so dass man in die Mitte und ins Goldene trifft." Der Verein Bogensportclub Stuttgart ist mit 150 Mitgliedern der größte Schützenverein in Stuttgart.
Die Mitglieder seien aber nur Bogenschützen und keine Feuerschützen, berichtet Dieter Heinz.
"Bogen sind Sportgeräte und keine Waffen, das ist uns wichtig." Es gibt drei unterschiedliche Bogentypen, die im Bogensport eingesetzt werden: Der Langbogen, der Recurve-Bogen und der Compound-Bogen. "Wir betreiben olympisches Bogenschießen mit dem Recurve-Bogen", erzählt er. "Bei diesem Bogen sind die Enden der Wurfarme nach vorne gebogen, weil das die Wurfeigenschaften verbessert. Der Langbogen ist ein traditioneller Bogen ohne Visier und Stabilisatoren, so wie Robin Hood einen hatte", beschreibt er lächelnd. Der Compound-Bogen schließlich habe an den Enden der Wurfarme Exzenterrollen, sogenannte Cams, die wie ein Flaschenzug funktionieren und dafür sorgen, dass bei vollem Auszug die Zugkraft stark reduziert sei.
"Wir bieten jeden Sommer Schnupperkurse an, dazu kann man sich bei uns einen Bogen leihen", erzählt Dieter Heinz. Bei den Kursen werde auch detailliert auf das Thema Sicherheit eingegangen. "Es gibt bestimmte Regeln beim Bogenschießen, die jeder einhält. Man schießt nur, wenn sich im Schießbereich niemand aufhält und man schießt immer gleichzeitig von einer Linie aus. Pfeile werden nur aufgelegt, wenn man sich an der Schießlinie befindet und die Pfeile holt man immer nur gemeinsam." Das Schöne am Bogensport sei die Tatsache, dass man immer allein für seine Ergebnisse verantwortlich sei. "Konzentrationsfähigkeit, Training und Hingabe bestimmen die Sportart",sagt Dieter Heinz. Erfolgserlebnisse seien immer möglich, beim Anfänger und beim Fortgeschrittenen. Er selbst habe sich das Ziel gesetzt, bei den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen und Meister zu werden.
Mehr Informationen unter http://www.bogensportclub-stuttgart.de.
29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 11:30 Uhr