Drucken

"Schlagzeugspielen ist Bewegungskunst"


Schlagzeuglehrer Daniele Traversi studiert mit Schülern Rhythmusprojekt ein
 

Immer wieder stellt das Wochenblatt Handel und Gewerbe aus den Lokalgebieten vor. Heute ist die Schlagzeugschule Drumtone von Daniele Traversi an der Reihe. Der Musiker unterrichtet seit sieben Jahren Schlagzeugschüler und hat dieses Jahr mit der Anne-Frank-Realschule in Möhringen eine Schulkooperation gegründet, in der er mit Schülern eine rhythmische Choreografie einstudiert - und zwar auf Alltagsgegenständen.
 

VAIHINGEN

"Ich studiere innerhalb des Musikunterrichts mit Schülern der achten Klasse eine rhythmische Choreografie ein, die auf Tonnen, Lochern, Sägen, Besen oder mit Hämmern gespielt wird", erklärt Daniele Traversi. "Wir bringen Alltagsgegenstände zum Grooven und erzielen damit einen pädogischen Effekt." Die Schüler lernen aufeinander zu hören, um miteinander ein tolles Ergebnis zu erzielen. Dazu werden die Schüler in mehrere kleine Gruppen geteilt. Jede Gruppe bekomme ein Thema wie zum Beispiel Büro oder Werkstatt und dazu die entsprechenden Gegenstände, berichtet der Schlagzeuglehrer.

"Es ist schön zu sehen, wie dabei gemeinsam etwas entsteht und die Kids ihre Freude daran haben. Das Gemeinschaftserlebnis bei einem solchen Projekt ist etwas besonderes und die Schüler stärken damit ihr Selbstbewusstsein." Rhythmik sei zudem in vielen Bereichen des Lebens wichtig, erklärt der 30-Jährige. Nicht nur für Tänzer oder Musiker, auch allgemein für die Motorik sei das rhythmische Empfinden förderlich.

Daniele Traversi begann als 14-Jähriger mit dem Schlagzeugspielen und engagierte sich in der offenen Jugendarbeit. "Ich hatte schon früh das Ziel, die Musik zu meinem Beruf zu machen", erinnert er sich. "Und auch die Jugendarbeit hat mich immer begeistert." Er studiert daher er an der Bundesakademie in Trossingen Popularmusik und macht eine Schlagzeuglehrerausbildung im Drumlab in Freudenstadt. "Unterrichten gibt Beständigkeit und ist erfüllend. Jeder kann Schlagzeug lernen. Es verlangt viel Ruhe, bringt aber im Gegenzug auch viel Ruhe", beschreibt er und fügt lächelnd hinzu: "Obwohl es so laut ist." Man lerne die Schläge in einem ruhigen, gleichmäßigen Bewegungsablauf stattfinden zu lassen. "Schlagzeugspielen ist Bewegungskunst. Es erdet einen und ist außerdem gut für das Gehirn, weil es das Koordinieren aller vier Gliedmaßen verlangt." Neben der Lehrtätigkeit trete er auch sehr gerne mit verschiedenen Coverbands bei Konzerten auf. "Momentan habe ich keine eigene Band, weil ich mich auf die Schlagzeugschule konzentriere. Aber manchmal springe ich für einige Auftritte ein. Rund 150 Songs sind für mich ständig abrufbar." Einmal im Jahr betreut Daniele Traversi auch ein Bandprojekt an der Immanuel Kant Realschule in Leinefelden, das die Kommunikation und Zusammenarbeit in der fünften Klasse fördern soll. Außerdem bietet er Bandcoaching an, bei dem er Bands hilft, respektvoll miteinander umzugehen, gemeinsame Ziele zu erarbeiten und sich zu motivieren.


res

29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 11:33 Uhr

 






nach oben