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"Brauchen radikale Innovationen"

Jens Lyncker

Forum der Kreissparkasse: "Energie und Klimaschutz, Chancen für den Mittelstand"
 

"Es ist der 22. Juli. Es ist Sommer. Es ist heiß." Mit diesen Worten eröffnete Willy Roßbach, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, die "Geistesblitze 2010". Das zweite Unternehmer-Forum der Bank stand unter dem Motto Energie und Klimaschutz - Chancen für den Mittelstand.
 

ESSLINGEN

Wärme habe mit Energie zu tun, ergänzte Roßbach und leitete zu den Fragen über, welche die Gäste im Schauspielhaus der Württembergischen Landesbühne in Esslingen an diesem Abend beschäftigen sollten:

Lassen sich Klimaprobleme durch lokale Initiativen lösen? Wie können mittelständische Unternehmen in Esslingen-Nürtingen mit Energieeffizienz und Klimaschutz ihr Geschäft verbessern und erfolgreicher werden?

Der Zugriff auf preiswerte Energie sei Voraussetzung für Wohlstand, betonte Franz-Josef Radermacher, Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung und Professor an der Universität Ulm. Fossile Energie sei aber begrenzt, während der weltweite Energieverbrauch durch aufstrebende und bevölkerungsreiche Länder wie China und Indien zunehme.

"Klimaschutz ist ein globales Problem", sagte Radermacher. Eine Welt in Wohlstand benötige bei zunehmendem Bevölkerungswachstum radikale Innovationen im Energiesektor.

Aus Biomasse wie Getreide Energie herzustellen, sei in Anbetracht der Welthungersituation inakzeptabel.

Vielversprechender sei die Nutzung der Energievorräte in Form von Wärme im Erdinneren.

Dass Hersteller von Premiumfahrzeugen auf Batteriebetrieb umstellen, habe im Hinblick auf die Größe der Zielgruppe keinerlei globale Bedeutung.

Globale Probleme brauchen globale Lösungen.

Dass gerade ein Vertreter der Premiumfraktion Widerspruch erhob, verdeutlicht den Paradigmenwechsel, den die Autoindustrie in den vergangenen Jahren vollzogen hat. "Wenn wir nur einen Teil der Schadstoffemissionen dank neuer Technologien reduzieren, ist schon viel gewonnen", sagte Herbert Ampferer, Leiter Umwelt und Energie bei Porsche. Auch Manfred Scharpf, Kreishandwerksmeister und Geschäftsführer der Karl Scharpf GmbH & Co. KG hält es für notwendig, nicht nur globale Ansätze zu verfolgen, sondern auch lokal und regional verantwortlich mit Energie umzugehen.

"Jeder muss erkennen, dass fossile Energie nicht unerschöpflich ist. Wir brauchen neue Ideen. Auch das Handwerk braucht neue Ideen." Allerdings müsse man dafür Geld in die Hand nehmen. Innovationen gehen einher mit Investitionen. Dass Innovation aber kein Wert an sich ist, betonte Wolfgang Lotz, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Esslingen. "Wir haben schon viel entwickelt, sind aber noch nicht weit in der Umsetzung der Möglichkeiten", sprach Lotz eines der Kernprobleme von Energieeffizienz und Klimaschutz in Unternehmen an. "Innovationen sind nur gut, wenn sie auf den Markt gebracht werden", ergänzte Alexander Dohn, Bereichsleiter Elektronik bei CeramTec in Plochingen. "Wir müssen dafür sorgen, dass Innovationen verstanden, aufgegriffen und verkauft werden."


29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 10:47 Uhr

 






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