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Geld oder Liebe - oder vielleicht doch beides?

Theater-AGs des Elly führen Molières "Der Geizige" auf
 

Geld oder Liebe? Dieser immer wieder aktuellen Frage ging die Mittel- und Oberstufentheater-AG des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums nach, als sie Anfang Juli Molières "Der Geizige" aufführte.

Eingerahmt von einer modernen Sequenz, die die Oberflächlichkeit so mancher Beziehung klar vor Augen stellte, erfuhr Molières Klassiker gleich zu Beginn eine ihm zustehende Zeitlosigkeit.

In der Schlussszene werden schließlich diejenigen vereint, die wahre Gefühle füreinander hegen. Monsieur Anselme, der ältere Herr, den Elise heiraten soll, ist kein anderer als Valères Vater, der nicht nur vermögend sondern auch gütig ist. So dürfen am Ende Elise und Valère sowie Mariane und Cléanthe heiraten.

Der ausgezeichneten und geistreichen Regiearbeit von Martina Tuda und David Götz ist es zu verdanken, dass das Publikum am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Molières Komödie so schwungvoll und pointiert dargeboten bekam. In der Rolle des Harpagon brillierte Leo Bathelt, der die Hauptfigur nicht nur mit Boshaftigkeit und Geiz, sondern auch mit der Verwirrtheit eines Greises überzeugend darbot.

Auch seine Gegenspieler, Patricia Wowra als Elise und Fabian Halfar in der Rolle des Cléanthe, verstanden es hervorragend, ihren Charakteren Leben und vor allem Liebe einzuhauchen.

Viktor Bach als Valère zeigte sich höchst wandlungsfähig, wie er in der einen Szene Harpagon mit honigsüßen Worten schmeichelte und nur einen Augenblick später die Bediensteten mit scharfen Worten antrieb.

Johanna Figah glänzte als Frosine, die sie von spritzig-frech bis demütig bittend sehr facettenreich verkörperte.

Überhaupt überzeugte das gesamte Ensemble der Mittel- und Oberstufentheater-AG durch erfrischende Spielfreude, meisterhaft vorgetragene Dialoge und variantenreiches Spiel.

Das Bühnenbild, von der Gruppe selbst entworfen und gebaut, verstärkte die Stimmung an den richtigen Stellen, ließ aber auch genug Raum und Freiheit für die Interpretation des Stückes. Besonders gelungen war der Kunstgriff, Harpagons immer wiederkehrenden Gedanken an seine Geldkassette mittels einer Videoprojektion auf einer Leinwand einzublenden.

Stephanie Gelse zeichnete für die ausdrucksstarke Maske verantwortlich.

Das begeisterte Publikum belohnte die Schauspielerinnen und Schauspieler mit einem lang anhaltenden Applaus. Es war sichtlich erfreut, dass die von Frau Senkel in 25 Jahren aufgebaute Theatertradition nun von mehr als würdigen Nachfolgern fortgeführt wird.

Marion Frey


29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:03 Uhr

 






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