Trauriger Rekord
So viele herrenlose Katzen wie nie - Katzenhilfe schlägt Alarm
VAIHINGEN
Die Katzenhilfe Stuttgart, seit über 30 Jahren Dreh- und Angelpunkt im Kampf gegen das Katzenelend der Landeshauptstadt, steht kurz davor, die Waffen zu strecken. "Seit Jahren appellieren wir erfolglos an die Stadt, eine Katzenschutzverordnung einzuführen, die die Kastration freilaufender Katzen vorschreibt", sagt Andreas Fechtner, Erster Vorsitzender der Katzenhilfe Stuttgart. "Die Schwemme, die wir jetzt erleben, hätte durch eine rechtzeitig erlassene Verordnung verhindert werden können."
Verschärft werde die Situation, so Fechtner, durch die "Konsummentalität" vieler Menschen: "Man schafft sich ein Tier an wie einen Wegwerfartikel. Der wird dann entsorgt, sobald man keine Lust mehr auf ihn hat." Aktuell warten allein bei der Katzenhilfe Stuttgart rund 100 Samtpfoten auf ein neues Heim - teils aus Fangaktionen stammende Jungtiere, teils von privat abgegebene erwachsene Katzen. Ältere Katzen sowie der 13-jährige Kater Paulchen haben kaum eine Chance vermittelt zu werden. Die schleppende Nachfrage nach den Tieren bedroht den Verein in seiner Existenz: Die Unterbringungsmöglichkeiten sind erschöpft, Unterhalt und tierärztliche Versorgung fressen die finanziellen Rücklagen der Katzenhilfe, die ausschließlich von privaten Spenden lebt und von der Stadt Stuttgart nicht unterstützt wird.
"Lange halten wir nicht mehr durch", fürchtet Andreas Fechtner. Er appelliert an alle Tierfreunde in der Region: "Jeder, der einer Katze in Not ein gutes Heim geben kann, ist bei uns derzeit hoch willkommen!" Daneben bittet die Katzenhilfe Stuttgart um Unterstützung durch Spenden und sucht dringend zusätzliche Pflegestellen, um Tiere vorübergehend unterbringen zu können. Wer helfen möchte, bekommt weitere Informationen unter Telefon 230 95 58 oder 687 42 71 und unter http://www.katzenhilfe-stuttgart.de. Ein Spendenkonto ist bei der BW Bank Stuttgart eingerichtet: BLZ 60050101, Konto 2819598.
29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:03 Uhr