
Winterschlussverkauf
"Der Teufel steckt im Detail"
Sommer-Serie - Heute: "Boule ist nicht nur eine Schönwettersportart"
Rebecca Stahlberg
LEINFELDEN
Mittwoch Nachmittag, 15 Uhr. Nach und nach strömen die Boulespieler des Bouleclubs Leinfelden-Echterdingen auf den Sportplatz in Leinfelden.
Es ist heiß und trocken, perfektes Wetter zum Boulespielen. "Boule ist aber nicht nur eine Schönwettersportart", sagt Robert Rilling. "Man kann es das ganze Jahr spielen. Wir sind oft auch im Winter hier, räumen den Schnee beiseite und spielen", berichtet der Vorsitzende des Clubs.
Zu Beginn des Spiels stellen sich alle Teilnehmer in einer Reihe auf und werfen gleichzeitig ihre Kugeln. Wer am nächsten am Schweinchen (der kleinen bunten Zielkugel) liegt, spielt zusammen in einer Gruppe. Die ersten beiden spielen zusammen, dann der dritte und vierte zusammen und so weiter. Doch wie halten die Spieler ihre Kugeln auseinander? Auf den ersten Blick sehen alle gleich aus. "Das täuscht, jede Kugel hat bestimmte Merkmale", erklärt Robert Rilling. "In jede Kugel sind der Name des Herstellers, ihr Gewicht und eine Identifikationsnummer eingeprägt. Außerdem gibt es verschiedene Muster.
So kann man die Kugeln ohne Probleme auseinanderhalten." Sind die Paarungen ausgelost, zieht ein Spieler mit der Fußspitze einen Kreis in den Schotter. Von dieser Stelle aus müssen alle Spieler ihre Kugeln werfen.
Ein Spieler wirft das Schweinchen, das in einem Abstand zwischen sechs und zehn Metern zu liegen kommen muss.
Dann beginnt die erste Mannschaft zu werfen. Ziel ist es, mit den eigenen Kugeln so nah wie möglich am Schweinchen zu liegen und die Kugeln des Gegners wegzustoßen.
"Die Regeln sind einfach, aber der Teufel steckt oft im Detail", sagt Robert Rilling. "Wichtig ist aber, dass nur die Mannschaft mit der am nächsten am Schweinchen liegenden Kugel Punkte bekommt.
Und zwar einen für jede Kugel, die näher dran ist, als die bestplatzierte des Gegners." Hat eine Mannschaft 13 Punkte erreicht, endet die Partie.
Es gibt drei Arten von Spielern. Der Leger (französisch Pointeur) legt die Kugeln vor und bemüht sich, so nah wie möglich an das Schweinchen zu kommen.
Der Schießer (französisch Tireur) versucht, die Kugeln des Gegners gezielt wegzuschießen. Der Mittelspieler (französisch Milieu) beherrscht beide Wurfarten und kommt bei einer Dreierteam zum Einsatz. "Wenn der Tireur es schafft, mit seiner Kugel die Kugel des Gegners wegzuschießen und gleichzeitig exakt an der gleichen Stelle zu liegen kommt, nennt man das Carreau sur place", erklärt Robert Rilling. Das sei natürlich der beste Fall. "Vor kurzem war ich bei einem Ligaspiel und dort ist eine Kugel doch tatsächlich in zwei Hälften zersprungen, als ein Tireur seine Kugel darauf geworfen hat. Da haben alle dumm geschaut", erzählt er schmunzelnd.
29.07.2010 - aktualisiert: 29.07.2010 07:04 Uhr