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"Der Körper ist der Tempel deiner Seele"


Yoga als Lebenselixier - Serie: Freizeitaktivitäten vor und während der Ferien
 

Auf ihrer pinkfarbenen Yoga-Matte ist Sarah S. aus Bernhausen ganz in ihrem Element. Sie sagt: Ganz unabhängig von Raum und Zeit oder Alter kann man so geistige und körperliche Entspannung pur erleben. Am liebsten sitzt sie unter freiem Himmel auf einer grünen Wiese, um dem Stress und der Anspannung des Alltags mit gezielten Yoga-Übungen zu entfliehen.

BERNHAUSEN

Begonnen hat alles Mitte beziehungsweise Ende der 80er Jahre. Damals war ihre beste Freundin gerade aus Indien zurückgekehrt und hatte aktiv mit dem Yoga begonnen. Sarah bemerkte schnell, dass ihre Freundin weitaus ausgeglichener als vorher wirkte. Auch ihr Körper schien straffer und gedehnter, ihre Körperhaltung aufrechter. "Zu dieser Zeit konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass Yoga etwas mit Sport zu tun haben soll", erzählt die 40-Jährige, "ich selbst kam aus der tänzerischen Szene und habe Yoga immer mit Esoterik gleichgesetzt". Doch wie es der Zufall wollte litt Sarah zu dieser Zeit an einer chronischen Bronchitis und schien diese einfach nicht in den Griff bekommen zu wollen. "Ich habe alles versucht, habe mich ärztlich behandeln lassen, doch es hat alles nichts bewirkt", verrät die gelernte Prophylaxeberaterin. Die Wende kam erst, als Sarah von ihrer Freundin in ein Körpertherapiezentrum geführt wurde. Dort lernte sie einen Yogalehrer kennen, der ihr Pranayama-Übungen, also spezielle Atemübungen nahe brachte. "Prana" ist eine Bezeichnung für die Lebensenergie. "Ayama" kann mit Kontrollieren oder auch mit Erweitern übersetzt werden. Der Begriff "Pranayama" bezeichnet demnach die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch Achtsamkeit und beständiges Üben.

Da die Atmung Träger der Lebensenergie ist, kann man Prana auch mit "Atem" übersetzen - im ursprünglichen Gebrauch hat der Begriff jedoch ein größeres Bedeutungsspektrum. Eine fortdauernde Konzentration auf die Vorgänge der Atmung und bewusst ausgeführte Atemtechniken können die Prozesse des Bewusstseins beeinflussen. Ähnliche Effekte werden auch bei zahlreichen Meditations- und Entspannungstechniken beobachtet.

Sarah S. ist überzeugt: Dank der Pranayama-Übungen sei es tatsächlich gelungen, ihre chronische Bronchitis in den Griff zu bekommen. "Weil ich gelernt habe, richtig zu atmen und somit auch das Bewusstsein für das Atmen erlangt habe."

Die Atmung ist in der Tat ein wichtiger Bestandteil des Hatha-Yogas. Sarah erzählt, dass diese Übungen auch den Stoffwechsel anregen und zu einer Form der Tiefenentspannung führen können. Auch würden gewisse Körperteile angeregt werden und dann gäbe es da auch noch einen spirituellen Aspekt: "Durch die Pranayama-Übungen entsteht eine Stille, ein Anhalten der äußeren Welt. Und in dieser Stille gerät man in einen Zustand, in dem man nur auf seinen Atem konzentriert ist und auf sein Inneres. Man bekommt mit einem Mal innere Ruhe und spürt den Fluss des Lebens, ohne Ablenkung von äußeren Umständen." Nicht nur aufgrund des Auswirkens auf ihr körperlichen Wohlbefindens ins Yoga für Sarah die Freizeitbeschäftigung schlechthin.

"Jeder kann Yoga praktizieren, ob jung oder alt. Zudem hat Yoga gleich zwei positive Aspekte: Es trainiert einerseits den Körper, andererseits den Geist und die Seele."


Petra Nitzsche

12.08.2010 - aktualisiert: 12.08.2010 18:04 Uhr

 

 

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