Drucken

Schwing dich aufs Rad!

Jugendhaus Weilimdorf bekommt neuen Bike-Parcours
 

Hinter dem Bolzplatz des Jugendhauses Weilimdorf liegt das neueste Projekt: ein neuer Bike-Parcours. Der ist auch schon als solcher erkennbar, obwohl die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind und auch der Bagger noch in der Ecke steht. Die fleißigen Hände, die hier gemeinsam mit Profis angepackt haben, gehören Jugendlichen aus Spanien, der Slowakei und anderen Teilen Deutschlands.

Rebecca Anna Fritzsche

WEILIMDORF

Drei Wochen lang ist eine Gruppe Jugendlicher im Jugendhaus Weilimdorf zu Gast, vormittags sind sie auf der Baustelle zugange, nachmittags lernen sie auf Ausflügen Stuttgart kennen. Organisiert wird das Ganze von den internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD). Deren Mitarbeiterin Sandra Rosenzweig sagt: "Bei unseren Jugendaustauschen stehen das interkulturelle Lernen und die Selbstorganisation im Vordergrund."

Gerade bei jüngeren Jugendlichen sei die Nachfrage groß, fremde Länder für kleines Geld kennen zu lernen: Für die Arbeit gibt es zwar keinen Lohn, dafür sind Kost und Logis gratis, die Jugendlichen müssen also nur ihre Reisekosten bezahlen.

Konrad Willar, Mitarbeiter des Jugendhauses, zeigt stolz, was bereits an Arbeit geleistet worden ist: "Seit einer Woche sind die Jugendlichen nun dabei, heute wurde der Parcours eingesandet." Weiter hinten seien Holzkonstruktionen geplant, außerdem seien neue Bäume gepflanzt worden. Auch eine Feuerstelle zum Grillen ist auf dem Gelände wenn auch noch nicht fertig, doch schon erkennbar begonnen worden. "Wir haben die Erde zu kleinen Hügeln aufgeschüttet und den Sandbelag angebracht", erklärt Willar weiter.

Dem Team des Jugendhauses sei es wichtig, Kinder und Jugendliche stärker in Kontakt mit dem Fahrrad zu bringen, und das werde gut angenommen: "Die drei Mountainbike-Ausfahrten, die ich pro Woche anbiete, sind komplett belegt", sagt Konrad Willar. "Da passt der Bike-Parcours natürlich gut ins Programm."

"Wir lernen neue Leute kennen, lernen eine neue Sprache und haben Spaß", so fasst es Maria, 18, aus dem spanischen Valencia zusammen. Das Prinzip der internationalen Jugendgemeinschaftsdienste hat sie verstanden, denn sie findet: "Es macht mir nichts aus, dass wir nicht selbst den Bike-Parcours nutzen können, sondern andere Jugendliche."

Teilnehmen würde sie auf jeden Fall noch einmal, und die Hoffnung hat sie auch noch nicht ganz aufgegeben: "Vielleicht können wir den Parcours ja doch noch kurz ausprobieren, bevor wir nach Hause fahren." Kai Glaser, der die Abteilung Bauunterhaltung der Stuttgarter Jugendhaus Gmbh leitet, nennt die nüchternen Zahlen: "40 000 Euro sind für den Bau des Parcours veranschlagt worden, und das halten wir auch gut ein."

Konrad Willar fügt hinzu: "Ob es ohne die Jugendlichen des Workcamps aber den Parcours jetzt schon geben würde, wissen wir nicht." Es ist schließlich ein Haufen Arbeit, der da gemacht werden muss - aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.


19.08.2010 - aktualisiert: 19.08.2010 07:05 Uhr

 






nach oben