Der Hybridantrieb und der 3,5-Liter-Benzinmotor harmonieren gut und sorgen für spritsparendes Fahren
Eindruck machen ist mit diesem Auto kein Problem. Klar sticht eine S-Klasse immer ins Auge, doch es ist der Hybrid-Schriftzug am Heck, der den Unterschied macht. Leise rollt eine neue Ära bei Mercedes heran: Der 299 PS starke Mercedes S 400 Hybrid zeigt sich nicht nur im aufgefrischten Facelift-Kleid, sondern trägt als erster Daimler auch ein Mild-Hybrid-System unter der Motorhaube. Mild, da der 400 Hybrid den rein elektrischen Fahrbetrieb nicht beherrscht.
FELIX UNGER
Die S-Klasse sieht auf den ersten Blick nicht nach dem idealen Umweltbotschafter aus. Herrschaftlich, wenig Öko und schon gar nicht Bio beansprucht der Inbegriff der Oberklasse obendrein noch mächtig Raum.
Über fünf Meter lang, fast 1,90 Meter breit und knapp zwei Tonnen schwer stemmt sich der S jeder Kritik an der Sinnhaftigkeit solch eines opulenten Blechkleides im 21. Jahrhundert wie ein Fels entgegen. Der neue S 400 Hybrid jedoch ist der erste Obere mit Stern, unter dessen Motorhaube ein umweltfreundliches Herz schlägt. Denn der 3,5 Liter V6-Benziner mit 279 PS, der bereits aus dem S 350 bekannt ist, bekommt im neuen Modell Unterstützung von einem Dreiphasen-Drehstrom-Elektromotor mit 20 PS. Kombiniert ergibt das Paket 299 PS und 388 Nm, was ausreichend ist. So ausreichend, dass der S400h maximal 7,2 Sekunden auf 100 km/h benötigt und auf abgeregelte 250 km/h kommt. Der Elektromotor, der immerhin 150 Newtonmeter auf die Kurbelwelle bringt, sorgt für einen zügigen Start. Zudem ermöglicht der Elektromotor zusätzliche Spareffekte, denn er ist zugleich Generator und Starter. Damit lässt sich eine komfortable Start-Stopp-Funktion realisieren, die den Motor des Mercedes S 400 Blue Hybrid bereits beim Ausrollen unterhalb von 15 km/h abschaltet. Ein weiterer Baustein ist die für Hybride typische Fähigkeit zur teilweisen Rückführung der investierten Bewegungsenergie beim Bremsen.
Da der Hybridmotor platzsparend unter der Motorhaube untergebracht ist, bleibt der Innen- wie der Kofferraum in seinen Größenverhältnissen unangetastet. In ihrem Kern unverändert gehört die S-Klasse zu den komfortabelsten und sichersten Limousinen: Neben Sitzen mit Massagefunktion verfügt die facegeliftete S-Klasse über zahlreiche Assistenzsysteme, die das Fahren immer sicherer machen.
Fazit: Zwar liegt unser Testverbrauch von 9,2 Litern über den Herstellerangaben, doch wer am Ende über 110000 Euro ausgibt, hat beim Genuss ein gutes Gewissen, und das ist doch auch etwas.