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"Indien ist in jeder Beziehung umwerfend"


Sven Warnke hat sein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule im Ausland absolviert
 

Den Zivildienst als Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland verbringen? Das ist möglich. Sven Warnke aus Gerlingen hat die Gelegenheit genutzt und ist nach Indien gegangen. Dort hat der 20-Jährige in einer Schule, die gleichzeitig auch eine Art Kinderheim war, in der Nähe von Mysore im Bundesstaat Karnataka gearbeitet.

GERLINGEN

STW: Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Indien entschieden?

Sven Warnke: Bei einem Schulausflug zu "Brot für die Welt" habe ich zufällig erfahren, dass man seinen Zivildienst als FSJ im Ausland absolvieren kann und das hat mich so begeistert, dass ich mich nach einer Organisation umgesehen habe, die Freiwillige ins Ausland schickt. Auf Indien bin ich gekommen, weil mich das Land fasziniert und ich durch Bekannte aus Indien schon viel erzählt bekommen hatte. Außerdem wollte ich unbedingt etwas Neues kennen lernen, eine neue Kultur, neue Sprache, neue Lebensbedingungen. Und ich wollte das Gefühl bekommen wirklich einen nützlichen Dienst zu leisten.

STW: Welche Aufgaben hattest du?

Sven Warnke: Meine Aufgaben waren sehr vielseitig. Hauptsächlich habe ich Mathematik und Englisch unterrichtet. Ich habe einen Gemüsegarten angelegt, jeden Morgen in der Küche geholfen und Verwaltungsarbeit im Büro erledigt. Ansonsten habe ich alles gemacht, was es eben zu tun gab: Hier mal was angestrichen, da was gebaut und natürlich vor allem auch mit den Schulkindern gespielt.

STW: Wie bist du am Anfang in dem fremden Land zurechtgekommen?

Sven Warnke: Indien ist für einen Europäer zuerst immer ein Schock, weil einfach alles anders ist, lauter, greller, lebendiger. Deshalb kommt einem das Land erst einmal unheimlich vor. Aber man gewöhnt sich sehr schnell ein. Am Anfang wurden wir von manchen "Touristen-Führern" noch richtig über den Tisch gezogen. Aber die meisten Leute mit denen ich zu tun hatte waren ehrlich und hilfsbereit.

STW: Gab es Verständigungsprobleme?

Sven Warnke: Die Verständigung war nur am Anfang ein Problem, weil mich meine Schüler nicht verstanden haben, aber zum Schluss hat sich das gelegt und ich konnte große Fortschritte im Unterricht erreichen. Das lag natürlich auch daran, dass ich ein bisschen Kannada, die lokale Sprache, gelernt hab. Ansonsten kann man ja die grundlegenden Sachen mit Händen und Füßen mitteilen.

STW: Was für Eindrücke hast du aus Indien mitgenommen?

Sven Warnke: Ich habe sehr viele Eindrücke gesammelt, fast nur positiver Art. Ich wurde eigentlich durchweg sehr nett und freundlich behandelt. Womit man dort nicht so leicht zu Recht kommt, ist die Armut, in der ein großer Teil der Bevölkerung lebt. Und man fängt natürlich an, über seinen eigenen Reichtum nachzudenken. Grundsätzlich kann man sagen Indien ist in jeder Beziehung buchstäblich umwerfend. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, haben mich sehr stark geprägt. Und ich will auf jeden Fall noch mal ins Ausland, in welchem Rahmen auch immer.


Von Anna Zucht

26.08.2010 - aktualisiert: 26.08.2010 12:49 Uhr

 






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