Afrikanischer Tanz im Saal der Paul-Gerhardt-Kirche - Nächster Termin: 10.9.
Die Deutschen sind hüftsteif, können sich beim Tanzen nicht gut bewegen und geben eine schlechte Figur auf dem Tanzparkett ab. Diese Meinung hört man immer wieder.
S-WEST
Hif Anga Belowi schmunzelt, wenn man ihn mit dieses Aussage konfrontiert. Der Tanzlehrer aus dem Kongo unterrichtet afrikanischen Tanz aus dem Kongo. "Jede kann diese Art zu tanzen lernen", so der Tanzlehrer. Bei manchem dauere es halt ein wenig länger.
Tempo, Rhythmus, Gefühl - darin haben die Deutschen ein wenig Nachholbedarf.
Das sieht auch Tanzlehrer Hif Anga Belowi so. Vor zehn Jahren kam der studierte Musiker und Saxophonist nach Deutschland, hier vermittelt er in Workshops, wie man zu moderner und traditioneller afrikanischer Musik tanzen kann.
Seit einiger Zeit treffen sich tanzbegeisterte Menschen freitags von 17.30 Uhr bis 19 Uhr im Alten Saal der Paul-Gerhardt-Gemeinde, um dort unter seiner Anleitung zu lernen, wie man Hüfte und Becken im Rhythmus bewegt. "Das muss man lernen, dazu braucht es viel Übung", so der Fachmann. "Wichtig ist es, täglich daheim zu üben. Jeder kann das, ob Kinder oder Erwachsene."
In seinem Kurs im Stuttgarter Westen nehmen überwiegend Frauen teil. Woran das liegt? "Frauen interessieren sich mehr für das Tanzen, Männer eher für Fußball", lacht der Musiker. Wer an seinem Kurs teilnimmt, der lernt, einzelne Körperteile zu bewegen, ehe Choreographien Schritt für Schritt erarbeitet werden. Dabei wird auf traditionelle Kleidung verzichtet, die Kursteilnehmer tragen Leggin und ein Tuch um die Hüfte. So können Fehler vom Tanzlehrer leicht erkannt und korrigiert werden.
Ein Leben ohne den Tanz und die Musik ist für Hif Anga Belowi nicht vorstellbar.
"Tanzen ist mein Leben. Und es ist gut für die Eleganz und die Körperhaltung. Man lernt, aufrecht zu gehen und die Brust rauszustrecken."