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Baustelle VfB Stuttgart

Fatale Folgen durch zögerliches Agieren auf dem Transfermarkt?
 

"Gegen Dortmund wird es ein offenes Spiel werden." Die Prognose von VfB-Trainer Gross vor dem Spiel mutierte am Sonntag zum unfreiwilligen Bumerang: Offen war das Spiel - aber allein für die reich beschenkten Dortmunder, die sich verwundert die Augen rieben über die desolate Abwehr, das impulsfreie Mittelfeld und den schwächelnden Sturm der Schwaben. Hat der VfB - wieder einmal - den Transferzug verschlafen?

Helmut Winkler

Während sich die Lücken der Arena-Baustelle Zug um Zug schließen - der Blick von den Rängen der frisch restaurierten Untertürkheimer Kurve ist geradezu phänomenal -, reißen in der Spielkultur der VfB-Profis immer mehr Lücken auf. Nahezu die ganze Mannschaft - so lautet das klare Fazit nach dem desaströsen Dortmund-Match - ist derzeit eine einzige Baustelle. Den Schwarzen Peter hat dabei Georg Niedermeier abonniert. Seine Kopfballvorlage zum Dortmunder Großkreutz, die zum zweiten Treffer führte, ist symptomatisch für eine durch und durch verunsicherte Abwehr. Weit unter Form präsentiert sich auch das Mittelfeld: Kuzmanovic und Träsch - unisono Totalausfälle. Nur Cacau, Gebhardt und Tasci hielten halbwegs die VfB-Fahne hoch.

Bedenklich ist das Ganze, da der Club - wieder einmal - zuschaut, wie andere Bundesliga-Vereine mit klangvollen Neuverpflichtungen ihre Reihen verstärken. Schalke holte sich Raúl, Wolfsburg Diego, Leverkusen Ballack - und der VfB? Philipp Degen, Daniel Didavi, Rückkehrer Christian Gentner, Martin Harnik und nun Mamadou Bah sowie Mauro Camoranesi. Viele Namen, aber der Klang ist doch eher dürftig. Gerade in der desolaten Situation, in der sich der VfB befindet, braucht man eine starke Führungsfigur. Die Hoffnungen ruhen auf dem erfahrenen Argentinier Camoranesi. Der 33-Jährige von Juventus Turin soll als Motor fürs rechte Mittelfeld agieren. Ob er der neue Spielmacher der "Roten" wird? Es bleibt zu hoffen, denn die vom Manager gewünschte zweite Neuverpflichtung blieb leider aus. "Nicht realisierbar", lautet der knappe Kommentar zu der etwaigen Verpflichtung von Hamburgs Stürmer Mladen Petric. Der hätte sieben bis acht Millionen Euro gekostet, kein Pappenstiel. Aber Schalke legt satte 14 Millionen für Huntelaar hin. Sprich, die Schwaben sparen mal wieder. Die Millionen, die man durch den Verkauf von Gomez und Khedira eingestrichen hat, bleiben als Polster auf dem Konto. Der GAU schlechthin wäre es wohl, wenn der VfB in der für 60 Millionen Euro umgebauten Mercedes-Benz-Arena nächstes Jahr in der 2. Bundesliga kicken müsste.


02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:01 Uhr

 






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