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Kulturtipp
 
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Gedicht zum Jahrhunderthochwasser

Gottfried Sickingers Enkel Albert hat das folgende Gedicht zu dem Jahrhunderthochwasser in Gerlingen verfasst:

"Hinter diesen Backsteinmauern liegt ein Keller, weiß nicht wie alt

Doch ich hör noch die Geräusche, die dort einst tönten und gehallt.

Meine Kindheit erlebte ich in der Bachstr. 4, mit Freude denke ich zurück

Und aus ganz besonderem Anlaß schreibe ich heute darüber ein kurzes Stück.

Dieser Mann isch onser Ähne, Gottfried wurde er 1851 in Gerlingen getauft.

Schon 1921 hat er seine Frau verloren und sich vor Gram die Haare gerauft.

So ergab sich, dass i beim Ähne gwä be alle Tag,

und dass er me gern ghet hot, isch koi Lob ond au koi Frog.

Em Wenter - hots gregnet - isch mer zom Ähne uff·d Bank

Mer hot gspielt ond er hot erzählt, oft ganze Mittäg lang.

Ei Gschicht hat er so oft repetiert - ond i han au zughört wie a Luchs

Des Ohwetter, wo em Hof s·Wasser gstande isch, so hauch wie em Nachber sei Buchs.

Als Zeuge hat er im Kellergewinde uff der rechte Seit das Datum 31.7.1901 und den Wasserstand neimeißle lasse, mer sieht es noch heut.

Des war furchtbar, den ganzen Vorrat hat mer kenne neme brauche

on mer hat warte müsse, bis mer hot kenne des Wasser rausschlauche.

Vom Hof aus, na über die alt Wette, Saiwiese, alles war ei See.

Die Gerlinger hen gseifzet oweh, oweh, oweh.

Em Dorf hot·s Dreieck, Schul-, Haupt- und Bachstroß am meisten gelitten,

obwohl alle haben mannhaft mit den Elementen gestritten."


02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:02 Uhr

 






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