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Der Apfel und der Stamm...


Die diesjährige Apfelernte beginnt - auch auf dem Obsthof Hörnle
 

21 Kilo Äpfel haben die Deutschen pro Kopf im Jahr 2009 gegessen - Äpfel fehlen meist in keiner Obstschale. Bei den Obstbauern Christian und Ulrich Hörnle in Weilimdorf geht es jetzt bald los mit der Ernte der Frühsorten.
 

WEILIMDORF

Frühsorten, etwa Summerred oder Alkmene, können sofort gegessen werden, wenn sie vom Baum gepflückt werden, Spätsorten wie Gala, Jonagold oder Braeburn müssen nach der Baumreife noch nachgelagert werden. "Als Direktvermarkter sind wir viel näher an unseren Kunden als der Großmarkt", erklärt Christian Hörnle. "Wir können mehr Sorten und damit eine größere Vielfalt anbieten." Im Hofladen an der Ditzinger Straße, auf dem Weilimdorfer Wochenmarkt und an verschiedenen "Apfelwägele" kann man Hörnle-Erzeugnisse kaufen. Das Jahr 2010 sei bisher gar nicht schlecht für Äpfel gewesen, sagt Andreas Siegele, der Obstbauberater der Stadt: "Es war länger feucht und kühl, das ist gut für Äpfel", erklärt er.

"Der April war viel zu heiß, das hat das Wachstum der Früchte verzögert, weil die Pflanzen sich darauf konzentrieren müssen, in der Hitze zu überleben." Größere Hagelschäden seien in diesem Jahr nicht zu melden: "Allerdings haben wir immer wieder Probleme mit Vögeln, besonders Raben, die Äpfel und Birnen anpicken", sagt Siegele. Eine Ernteprognose will er nicht abgeben: "Wenn"s morgen hagelt, ist"s eh vorbei.

Eine Prognose gebe ich ab, wenn die Äpfel in den Körben liegen." Christian Hörnle ist hoffnungsfroh: "Die Fruchtgröße ist gut, es gibt hoffentlich eine schöne Ernte, was die Menge und die Qualität angeht."

Die Äpfel werden nach und nach geerntet, ein Apfelbaum wird also mehrere Male abgeerntet, eben so lange, bis auch die verbliebenen Früchte reif sind. "Wir pflücken von Hand", erklärt Christian Hörnle und zeigt die rote Tasche, die umgehängt wird, wenn es an die Ernte geht. Wird die nicht schrecklich schwer? "Klar", grinst Hörnle. "Ernten ist harte Arbeit." Die Begeisterung ist dem Obstbauern aber anzumerken: Immer wieder zeigt er besonders gute Früchte, ruft: "Hier ist auch ein schöner Zweig", und schiebt die Blätter aus dem Weg. "Die Leute kennen weniger Obstsorten als früher", fügt sein Vater, Ulrich Hörnle, hinzu. "Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass es auch leckere Sorten gibt, die weicher und nicht so bockelhart sind! Das heißt ja nicht, dass die Äpfel nicht mehr gut sind."

Die Hörnles möchten ihre Kunden gerne für lokal angebautes Obst sensibilisieren: "Wir empfehlen, den Apfel nicht weit weg vom Stamm zu essen", so formuliert es Christian Hörnle. "Lange Transportwege sind weder für die Umwelt noch für den Apfel gut."


fri

02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 11:39 Uhr

 






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