Fast wie ein Enkelkind geworden
Sabrina Förster macht ein Freiwilliges Soziales Jahr im Pfostenwäldle
Rebecca Anna Fritzsche
FEUERBACH
Die Arbeit mit den alten Menschen hat ihr nämlich so gut gefallen, dass sie im Pfostenwäldle jetzt eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegefachkraft anfangen wird. "Eigentlich war ich zuerst am Berufskolleg für Technik und Medien eingeschrieben", erzählt die 19-Jährige. "Aber dann habe ich gemerkt, dass mir der soziale Bereich doch mehr liegt." Da habe sich ein FSJ angeboten, um in soziale Arbeitsfelder "hineinzuschnuppern". "Ich habe mich auch bei einem Kinderkrankenhaus beworben", sagt Sabrina. "Eigentlich dachte ich nämlich, dass es mir gar nicht liegt, mit alten Menschen zu arbeiten!" Aber dann habe sie den Platz im Pfostenwäldle angeboten bekommen, und doch zugesagt.
Wie waren denn die ersten Wochen? "Ich habe es mir schwerer vorgestellt", berichtet Sabrina. "Natürlich braucht man einige Zeit, um sich an das Umfeld und die Aufgaben zu gewöhnen, aber die Arbeit hat mir sofort Spaß gemacht."
Auch das Team, die anderen Kollegen, hätten sie sehr unterstützt: "Ich habe mich nie einsam gefühlt", betont Sabrina. Sie ist einer Gruppe Senioren zugeteilt worden, in der sie nun seit einem Jahr fest arbeitet. Erledigt wird, was gerade ansteht: "Ich helfe beim Anziehen, beim Essen anreichen, beim Bettenmachen", erzählt Sabrina. Auch wenn die Senioren Gesellschaftsspiele spielen, im Garten einen Spaziergang machen oder an der Sitzgymnastik teilnehmen wollen, ist Sabrina dabei. Manchmal werden auch Ausflüge organisiert, etwa aufs Volksfest oder zum Max-Eyth-See. "Jeder Tag ist anders, es hängt auch davon ab, in welcher Stimmung meine Senioren sind", sagt die 19-Jährige.
Und obwohl die meisten Bewohner Familie haben, die sie regelmäßig besuchen kommt, haben sie sich doch sehr an Sabrina gewöhnt: "Für manche bin ich sicher eine Art Ersatz-Enkelkind", lacht sie.
Für Sabrina ist das FSJ eine unerwartet positive Erfahrung gewesen, die sie nicht missen möchte: "Ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Es war sehr wichtig für mich, zu sehen, dass ich das kann, das hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben." Natürlich hat es auch mal schlechte Tage gegeben: "Als die Bewohner krank waren, weil das Norovirus herumging, war das nicht schön", erinnert sich Sabrina.
"Aber schlechte Tage gibt es überall ab und zu." Drei Jahre wird ihre Ausbildung zur Altenpflegefachkraft dauern - dem Pfostenwäldle bleibt Sabrina also erhalten. "Leider aber nicht meiner Seniorengruppe", bedauert Sabrina. Als Auszubildende wird sie einem anderen Bereich zugewiesen werden als während des FSJs.
02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:04 Uhr