"Mehr als die Summe der Musiker"
Serie "Live on stage" - Heute: Sunpath, Progressive Rock aus Stuttgart
Rebecca Stahlberg
VAIHINGEN
"Bei unserer Musik stehen spielerisches Können und Abwechslung im Vordergrund", erklärt Ralf Kierspel. "Unsere Songs haben nicht diese typischen Songschemata und dauern die üblichen drei bis vier Minuten." Der Sänger ist vor drei Jahren zu Sunpath gekommen, nachdem sich die Band zuvor aus musikalischen Gründen von ihrem vorigen Sänger getrennt hatte. "Aber trotzdem versuchen wir, die Refrains eingängig zu halten", fügt Rafael Sonntag hinzu.
Der Gitarrist ist seit der Gründung der Band im Jahr 2004 dabei. Und trotz der stetigen Weiterentwicklung während der letzten zwei Alben der Band habe man eine erkennbare Note beibehalten, erzählt Bassist Beniamino Alba. Sunpath hat Einflüsse aus verschiedenen Musikrichtungen wie Jazz, Funk, Klassik und Heavy Metal. Bestimmte Bands, die als Vorbilder dienen, könne man schwer nennen - das sind sich alle fünf Musiker einig - denn dann werde man zu schnell auf eine Richtung festgelegt. "Allerdings ist es ein großes Ziel von uns, einmal in die Riege bekannter deutscher Bands im Progressive Rock wie Sylvan oder Subsignal vorzustoßen und bei Konzerten von ihnen als Vorband aufzutreten", erzählt Rafael.
Schlecht stehen die Chancen nicht: Für ihre beiden Alben haben die Musiker in großen Musikzeitschriften durchgehend sehr gute Kritiken bekommen. "Der fertige Song ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von fünf Individuen und ist viel mehr als nur die Summe der Musiker", beschreibt Ralf den Schaffensprozess der Band.
Der Sänger schreibt alle Songtexte. "Erst entsteht zusammen mit den anderen die Musik, dann folgt der Text. Ich nehme die grobe Struktur des neuen Songs mit nach Hause und überlege, welche Idee zur Stimmung des Songs passt. Dann flechte ich nach und nach eine Geschichte hinein." Die Texte von Sunpath handeln zumeist von zwischenmenschlichen Beziehungen.
Da die Songs von Sunpath sehr anspruchsvoll sind, ist auf der Bühne größte Konzentration angesagt. "Es ist toll live zu spielen", berichtet Schlagzeuger Cyril Kajnar. "Wir hatten rund ein Dutzend Auftritte in den letzten drei Jahren."
Auch in anderen Ländern haben Sunpath schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. "Wir sind in Webradios auf der ganzen Welt gespielt worden", erzählt Gitarrist Felix Starker.
"Danach haben wir einige CDs ins Ausland verschickt. Fans aus den USA, Brasilien und Russland wollten unsere Alben kaufen. Das ist natürlich super, solch eine Resonanz zu bekommen."
02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:04 Uhr