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Alles ist möglich
Ostfildern ist im bundesweiten Forschungsprojekt "Jugend bewegt Stadt"
Die Kinder- und Jugendförderung (Kiju) in Ostfildern hat den Zuschlag für das bundesweite Projekt "Jugend bewegt Stadt" erhalten. Von September bis zum Jahresende dürfen sich Jugendliche im öffentlichen Raum verwirklichen.
Ob eine neue Skaterrampe für das Trendsportfeld, ein Tanzboden vor dem Stadthaus, eine BMX-Strecke am Jugendzentrum oder ein Basketballkorb auf den Schulhof - fast alles ist möglich bei dem Projekt "Jugend bewegt Stadt". Bei dem Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung werden 25 000 Euro zur Verfügung gestellt, mit denen die Jugendlichen in Ostfildern ihre Stadtquartiere nach ihren Vorstellungen gestalten können.
Auftakt des Projektes, für das sich Ralph Rieck von der Kiju unter 130 Bewerbern den Zuschlag sichern konnte, ist Mitte September. Die Mitarbeiter der Kiju werden nach den Sommerferien in einem amerikanischen Schulbus vor den Schulen vorfahren und kräftig die Werbetrommel rühren. Jeder Jugendliche kann unter der großen Klammer "Sport und Bewegung im öffentlichen Raum" einen Vorschlag im Aktionsbüro einreichen, das während der Projektdauer im Zentrum Zinsholz eingerichtet wird. Mit einer Skizzierung seiner Idee erhält der Jugendliche gleichzeitig ein Stimmrecht. In einer Versammlung soll dann abgestimmt werden, welche Projekte mit den Fördermitteln umgesetzt werden sollen.
"Vor allem geht es darum, zu ergründen, wie Jugendliche Stadt gestalten", erläutert Rieck. Ein Augenmerk legen die Mitarbeiter des Forschungsprojektes auch darauf, wie insbesondere die Mädchen "ihr Ding machen, denn die tauchen bisher im öffentlichen Raum so gut wie gar nicht auf", sagt Rieck. Nachrangig geht es den Projektinitiatoren aber um mehr: Denn die Teilnehmer sollen nicht nur ihre Ideen einbringen, sondern diese auch selbst verwirklichen. "Wir können dann sehen, wie die Entscheidungsprozesse bei Jugendlichen ablaufen und ob zum Beispiel die kommunalpolitischen Strukturen dafür förderlich sind", erläutert Rieck.
Für die Ergebnisse des Projektes interessieren sich nicht nur die Mitarbeiter im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, sondern auch die Verantwortlichen hier vor Ort: "Auch wir möchten wissen, wie Jugendliche öffentliche Räume gestalten und mit welchen Instrumenten sie ihre Ideen umsetzen", sagt Rieck. Schließlich können diese Erkenntnisse auch ganz konkret vor Ort berücksichtigt werden, zum Beispiel bei einer Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung oder des Spielflächenleitplanes.
Der Leiter der Kinder- und Jugendförderung konnte mit seiner Idee, mit den zur Verfügung gestellten 25 000 Euro Mikroprojekte in den Stadtteilen Ostfilderns zu unterstützen, die Auswahlkommission im Bundesministerium für Verkehr von der Konzeption überzeugen. Immerhin hatten sich 133 Bewerber gefunden, die gerne an dem Projekt teilgenommen hätten. Jetzt sind bundesweit acht Städte dabei.
02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 11:48 Uhr