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Umkleidegebäude im Scharnhauser Park erhält Vordach
 

Das Umkleidegebäude erhält ein Vordach, um Mannschaften und Publikum vor Regen und Sonne zu schützen. Es ist ein innovatives Dach, das einen Teil des Lichtes durchlässt - und gleichzeitig mit dem anderen Teil Strom produziert.

SCHARNHAUSER PARK "Wenn schon eine Überdachung, dann eine mit einer Fotovoltaikanlage", sagt Frank Hettler, der Mitarbeiter beim städtischen Gebäudemanagement. Er war ohnehin noch auf der Suche nach einer größeren Fläche, um die noch freien "Polycity"-Fördermittel der Europäischen Union für Fotovoltaikanlagen einzusetzen. Ohne diese Fördermittel - sie machen etwa ein Drittel der Gesamtkosten von 190 000 Euro aus - wäre das Projekt für die Stadt nicht wirtschaftlich gewesen.

Nun ist dies aber der Fall, Betreiber der Anlage sind die Stadtwerke Ostfildern.

Das neue Gebäude wird optisch in die Terrassen integriert, genauso wie der Jugendtreff L-Quadrat wird es beim Blick über die Sportplätze Richtung Süden kaum zu sehen sein. Das etwa 65 Meter lange und fünf Meter breite Dach vor den Umkleiden und Duschen ist mit so genannten transluzenten Solarmodulen bestückt.

Diese teils lichtdurchlässigen Module sind deutlich teurer als andere.

Wie viel Licht die Glasflächen um die eigentlichen Zellen herum hindurch lassen, musste genau abgestimmt werden. In diesem Fall ist es rund ein Fünftel, Hettler hält das Ergebnis für sehr gelungen und weist auf das interessante Schattenspiel auf und vor dem Gebäude hin. Der neue Sportplatz und die Umkleidekabinen gehen voraussichtlich im Herbst 2011 in Betrieb, doch die Fotovoltaikanlage mit drei Wechselrichtern und einer Spitzenleistung von 40 Kilowatt Peak produziert schon jetzt Strom. Sie ging noch rechtzeitig vor der Senkung der Einspeisevergütung zum 1. Juli ans Netz.

Im ersten sonnigen Monat erzeugte sie in etwa den Jahresbedarf zweier Zwei-Personen-Haushalte. Die Anlage produziert mehr Energie, als die Umkleiden und Duschen im späteren Betrieb verbrauchen werden - das Flutlicht für den Platz ist dabei bereits einkalkuliert. Der für das Gebäude bezogene Strom - deutlich weniger als der von der Fotovoltaikanlage eingespeiste - soll nach Planungen der Stadt ab 2013 Ökostrom sein. Zum Rand des Daches hin wird auf einigen Metern kein Strom, sondern per Solarthermie Warmwasser für die Duschen produziert. Im Winter oder bei großem Bedarf kommt zusätzlich Flüssiggas zum Einsatz, mit dem das Gebäude auch beheizt wird.

Ein Anschluss an das bestehende Holzhackschnitzelkraftwerk wäre sehr aufwändig und teuer geworden, auch eine Wärmepumpe war nach Auskunft von Hettler nicht sinnvoll. Gas sei zwar keine regenerative Energie, doch werde ein geringer Verbrauch erwartet. Im Jugendtreff L-Quadrat, der nach den gleichen Standards erbaut wurde, kommt die Wärmepumpe für 400 Quadratmeter mit jährlich rund 2500 Kilowattstunden aus, wenig mehr als der Jahresverbrauch eines durchschnittlichen Singles.


02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:08 Uhr

 






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