"Rappen ist für mich wie Medizin oder Therapie"
Serie (III): Der Sillenbucher Rapper Vaha MC bringt sein zweites Album heraus
Lidija Lenic
RIEDENBERG/SILLENBUCH
Einen großen Schicksalsschlag musste der 24-Jährige erleiden: Im März starb sein Vater. "Es war schon hart, aber ich habe mich gut ablenken können", sagt Vahid Saric, der unter dem Namen Vaha MC bekannt ist. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich jetzt danach so viel schreiben kann."
Mit 13 Jahren hat er sich zum ersten Mal im Rappen versucht und seither sind unzählige Tracks entstanden. 2007 hat er sein erstes Album "Muddis Pudding" herausgebracht.
Die 65 Stück gingen wie warme Semmeln weg an sämtliche Freunde und Bekannte. "Seither kamen ständig Nachfragen, wann ich wieder etwas herausbringe", sagt Vaha MC, der bei Freund DaVeyD im eigenen Tonstudio in Riedenberg das zweite Album "Seid nicht panisch, bin islamisch" aufgenommen hat.
Der Titel entstand beim "Rumblödeln mit einem Kumpel", bekam dann aber doch einen ernsthaften Hintergrund. "Am gelungensten finde ich meinen Song "Sie wollen uns nicht"", sagt der gebürtige Bosnier, der in Heumaden zur Schule gegangen ist. Gesellschaftskritisch setzt er sich mit dem Verhältnis Medien und Islam auseinander. Doch auch Themen wie Liebe, Freundschaft und Lebensmotivation sind in seinen Lieder verarbeitet. "Ich bin kein Gangster und mache auch keinen Gangster-Rap", erklärt er. Mit den Gewalt verherrlichenden Rappern der Berliner Szene kann er nichts anfangen. "Ich will die Leute bewegen, motivieren und berühren." Und das schafft er, indem er über eigene Erfahrungen und Gedanken schreibt. "Ich würde sagen, meine Musik ist hart, aber herzlich. Sie ist für mich wie Medizin oder eine Therapie." Deshalb kann er sich nicht vorstellen, alternativ Songwriter zu werden. "Ich kann nicht für andere etwas schreiben, was eigentlich meine Gefühle sind." Das Lebensziel ist klar: "Ich will weiterhin rappen und auf jeden Fall auch etwas damit erreichen", sagt der gelernte Koch. "Das Rappen ist für mich ein ernsthaftes Thema geworden." Einem Münchener Verlag liegt sein neues Album bereits vor. Nun heißt es, abwarten. Eine Release-Party plant er für den 11. September.
Seine Anfänge im Sillenbucher Jugendhaus sind aber nicht vergessen. "Ich bin mit deutschen Hip-Hop aufgewachsen und deshalb ist Deutsch auch meine Rap-Sprache."
So lange die Leute Gefallenen an seiner Musik finden und diese eine Botschaft hat, so lange will er weiter machen.
02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:09 Uhr