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Grieche mit kubanischem Herz

Alex Papas ist in neuer Runde mit Bombonchá zu erleben
 

Immer wieder berichtet das Stuttgarter Wochenblatt über Bands vor Ort. Heute: Alex Papas und "Bombonchá". Mit dem "Buena Vista Socialclub", kam die Salsa auch bei den Europäern an. Alex Papas, der Gründer des ersten Salsa-Orchesters im deutschsprachigen Raum "Sangre Nueva", startet mit "Bombonchá" wieder neu in die Szene ein und bietet zu dritt, wofür andere sechs Musiker benötigen.

Von Romina Biesenthal

S-WANGEN

Zusammen mit den Kubanern Marcos Gautierrez und Jean-Gomes bildet Alex Papas die Salsa-Band "Bombonchá". Die Gruppe existiert als Trio bis Quintett und setzt all das in kleinerem Rahmen um, was sonst das Publikum am Kuba-Salsa-Orchester "Sangre Nueva" bei dessen Großauftritten in Verzückung versetzt. Das Repertoire von "Bombonchá" stammt hauptsächlich aus Kuba und lehnt sich an den "Buena Vista Socialclub" an.

Alex Papas fühlt sich in der Salsa heimisch - doch wie findet ein Grieche zur kubanischen Volksmusik?

Als Alex Papavergous, 1979 in Thessaloniki geboren und am Gablenberg aufgewachsen, mit dem Salsa spielen beginnt, kann noch niemand die Technik, die man dazu benötigt. In Eigenregie bringt er sich die ersten Rhythmen auf der Bongo bei. In Deutschland ist die Situation der Salsa-Anhänger der siebziger Jahre mit der der Rock-Anhänger in der ehemaligen DDR zu Vergleichen: es gibt nichts und alles was herüberschwappt, wird sofort verschlungen. So hört der junge Alex Papas drei Jahre lang ein und dieselbe Kassette von Ray Baretto, dem kubanischen Meister, ohne dass es ihm langweilig wird. "Salsa ist so komplex und schwierig, dass man immer wieder Neues entdecken kann", sagt Papas. Vom Salsa-Fieber gepackt, begibt er sich auf eine einjährige Studienreise nach Kuba und Brasilien, spielt dort mit lokalen Musikgruppen und spezialisiert sich auf die afro-kubanische Salsa-Rhythmik.

Seinen ersten Durchbruch als Percussionist feiert er nach dem Auftritt mit Bernd Konrad in der Liederhalle Stuttgart bei dem Projekt "Jazz meets India". Um sich in der Salsa-Szene durchzusetzen und Anerkennung zu finden, muss man als Europäer immer das Doppelte geben, sodass selbst die Latinos beeindruckt sind. "Das hat mir aber auch den Antrieb gegeben, immer weiter an mir zu arbeiten und mein Spiel zu verbessern", meint Papas rückblickend. Die Latinos konnte er überzeugen und so ist er seit 1984 in der Salsa- Szene erfolgreich als Musiker tätig und spätestens seit "Sangre Nueva" von dort nicht mehr wegzudenken.

Nebenbei unterrichtet er in Stuttgart-Wangen in der "Latin-Groove-Academy" in den Heiligenwiesen Salsa-Latin Percussion. Dafür nehmen selbst Musiker aus dem Ausland eine weite Reise in kauf.


02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:10 Uhr

 






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