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Kinder aus Tschernobyl zu Gast

Zwei Wochen Deutschland können eine lebenslange Wirkung haben
 

Noch immer strahlt die Erde in den Gebieten, die 1986 von der Explosion des Kernkraftwerks Tschernobyl betroffen worden sind. Doch der russische Präsident Lukaschenko will von "Tschernobyl" nichts mehr hören - die Naturfreunde Untertürkheim jedoch sehr wohl und so ermöglichen sie es jedes Jahr einigen Kindern einen Aufenthalt in unverstrahlter Zone zu verbringen.

Von Romina Biesenthal

UNTERTÜRKHEIM

Es ist bereits die zweite Generation, deren Entwicklung durch die Strahlung beeinflusst wird. Von 100 geborenen Kindern sind nur 18 gesund. Hirntumore, Lungenkrankheiten und Allergien sind keine Seltenheit.

"Eigentlich sollte man einen Menschen nicht bemitleiden", befand bereits der russische Schriftsteller Maxim Gorki, "besser ist es ihm zu helfen". Nach diesem Motto handeln auch die Naturfreunde Untertürkheim und laden jedes Jahr eine Gruppe von 20 Kindern, zwischenzehn und 13 Jahren, aus Buda Kaschaleva zu sich nach Untertürkheim ein. Dabei wollen sie vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien erreichen, an denen es in Buda Koschaleva nicht mangelt. Ihnen geht es vor allem darum, den Kindern in unverstrahlter Natur Erhohlung zu verschaffen und sie mit soviel unbelastetem Obst und Gemüse wie möglich zu ernähren. In diesem Jahr besuchten die Kinder zum Beispiel den Welzheimer Wald und die Wilhelma. Damit sich kein Kind einsam fühlen muss, schlafen sie gemeinsam im Schlafsaal des Gemeindehauses der Naturfreunde. Ein Dolmetscher aus Weißrussland ist ebenfalls ein fester Bestandteil und überbrückt die sprachliche Barriere zu den Kindern. Oft handelt es sich hierbei um Deutschlehrer aus der Landeshauptsadt Minsk, die die Kinder für drei Wochen nach Deutschland begleiten. "Früher waren es vier Wochen, doch nun lässt Präsident Lukaschenko die Kinder nur für drei Wochen ausreisen", erzählt die Leiterin des Projektes, Margarete Hofstetter. Der Auslöser dafür waren einige Vorfälle in den USA und Italien, bei denen Kinder mit Verspätung in ihre Heimat zurückkehrten.

Doch wer meint, ein solch kurzer Aufenthalt helfe den Opfern des Super-Gaus nicht, liegt falsch. Es ist medizinisch nachgewiesen, dass ein derartiger Aufenthalt eine lebenslange Auswirkung auf das Immunsystem der Kinder hat. "Die Kinder, die uns im Sommer besucht haben, sind im darauffolgenden Winter nicht krank", so Hofstetter. Bei den Naturfreunden erhalten sie jedoch nicht nur gesunde Nahrung, auch auf die persönliche Entwicklung eines jeden Kindes legt die Gruppe großen Wert, beispielsweise das Erlernen eines Instrumentes, wie es bereits der Fall war, als die Kinder das Mundharmonika spielen erlernen konnten und ihr Instrument mit nach Hause nehmen durften.

"Ich bin davon überzeugt, dass sie vieles von uns mitnehmen", damit meint Margarete Hofstetter auch soziale Eigenschaften.

Um weiterhin Kinder einladen zu können, benötigt, der Verein jedoch auch zwischen den Jubiläen Spendengelder. Auch freiwillige Mitarbeiter sind herzlich willkommen und können sich gerne bei Margarete Hofstetter unter der 33 29 96 melden.

Die Spendenkontonummer ist die 10 10 000, BLZ 60060396.


02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:12 Uhr

 






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