Mehr Sicherheit schaffen
Arbeitsgruppe Radverkehr überarbeitet Radwegeplan
Anderes Sicherheitskonzept geplant Der Radverkehr in Leinfelden-Echterdingen soll optimiert werden. Denn immer mehr Bürger, gleich welchen Alters, nutzen den Drahtesel nicht nur in der Freizeit, sondern auch für den Weg zur Schule oder Arbeitsstelle. Staus und Parkplatznot kümmern sie nicht - in der Stadt ist das Rad oftmals die bessere Alternative als das Auto.
Seit dem Frühjahr gibt es eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), des Amtes für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau sowie des Bürger- und Ordnungsamtes (wir berichteten). Sie hat sich die Überarbeitung des Radwegeplans, eine bessere Wegweisung und auch ein anderes Sicherheitskonzept vorgenommen. Denn es hat ein Umdenken in der Fachwelt stattgefunden. Bisher wird der Radfahrer oft im Abseits, auf einem Teilbereich des Gehwegs geführt, der dann als Fuß- und Radweg ausgewiesen ist. Schließlich fühlen sich Radfahrer auf einem vom Autoverkehr getrennt geführten Radweg am sichersten.
Unfalluntersuchungen zeigen indes, dass Radfahrer dort am sichersten sind, wo Autofahrer sie konstant im Blick haben: Der Verkehr, sagen die Experten, ist immer dann am sichersten, wenn alle Verkehrsteilnehmer genau wissen, wo sie hingehören. Erfahrungen hätten gezeigt, dass es besser sei, Radfahrer im fließenden Verkehr zu führen, dabei jedoch das Bewusstsein der Autofahrer für die schwächeren Verkehrsteilnehmer durch markierte Schutzstreifen oder Fahrradschleusen zu schaffen. Kurz: Radfahrer sollen stärker ins Blickfeld gerückt werden Deshalb wurden vielerorts bereits die ersten Fuß- und Radwege in Fußwege "Rad frei" umbeschildert. Radfahrer können, müssen jedoch nicht mehr auf diesen Wegen fahren und dürfen auf die Fahrbahn ausweichen. Diese erhält dann einen markierten Fahrradstreifen. Dass die somit schmälere Fahrbahn zugleich den Verkehr langsamer macht, ist ein günstiger Nebeneffekt. Der Radverkehr soll nun auch im Stadtgebiet von LE entsprechend dieser neuen Standards umgestaltet werden. Schutzstreifen, auch die Öffnung von Einbahnstraßen sollen sukzessive eingeführt werden - jedoch nur dort, wo es die Verkehrssicherheit erlaubt! Schulradwege zum Beispiel werden einer sehr genauen Prüfung unterzogen. Sind ohnedies Baumaßnahmen im Gang, werden die Verbesserungen gleich mit ausgeführt, wie etwa derzeit in der Karlstraße in Musberg, wo ein Schutzstreifen markiert wird.
02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 11:41 Uhr