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Kampfhunde - gibt es sie wirklich?

Kampfhundebesitzer demonstrierten gegen Landeshundeverordnung
 

Die Gefährlichkeit eines Hundes lässt sich nicht an seiner Rassezugehörigkeit festmachen. Das finden diejenigen, die Besitzer von so genannten Kampfhunden sind. Und die sich damit an die umstrittene Landeshundeverordnung halten müssen, die anhand einer Rassenliste bestimmten Rassen eine Wesensüberprüfung und einen Maulkorb vorschreibt. Diese Liste abzuschaffen und stattdessen einen Sachkundenachweis für alle Halter und alle Hunderassen einzuführen, das ist ihr Ziel der Demonstranten.

Von Andrea Rothfuß

S-MITTE

"Ich wurde behandelt, als wäre ich ein Aussätziger, man hat vor mir auf den Boden gespuckt, die Straßenseite gewechselt, wenn ich mit meinem Hunden raus bin", so Jens-Uwe Weyhreter. Er ist der Veranstalter der Demonstration auf dem Schlossplatz, bei der es um die Abschaffung der umstrittenen Landeshundeverordnung geht.

Diese besagt, dass bestimmte Rassen als Kampfhunde eingestuft werden, sich einem Wesenstest unterziehen müssen und einem Maulkorbzwang unterliegen. Bei dem Wesenstest wird überprüft, wie sich die Hunde in bestimmten Situationen verhalten, zum Beispiel in einer Menschenmenge, wenn Radfahrer oder Jogger den Weg kreuzen oder wenn es besonders laut wird. Jens-Uwe Weyreter hat zwei solcher sogenannter Kampfhunde daheim. American Staffordshire Hündin Big Jazzy und Rüde Tyson, ein American Staffordshire Mix.

Sportlich, mutig, menschenlieb und gelehrig - mit diesen Stichworten beschreibt er seine zwei Hunde.

Doch als vor zehn Jahren die Landeshundeverordnung eingeführt wurde, wurden seine Hunde von der Außenwelt plötzlich anders wahrgenommen. "Gerade in der Zeit von 2000 bis 2005 war es besonders schlimm, es gab viele Vorurteile", erinnert sich Jens-Uwe Weyhreter. Er habe dann versucht, andere aufzuklären, wie es um die Rasse aussieht und dass die Probleme beim Halter liegen. "Vielen ist dann erst ein Licht aufgegangen und sie haben begriffen, dass das Problem darin liegt, wie man seinen Hund erzieht."

Er glaube, dass der Schuldige am anderen Ende der Leine sei. "Viele wissen zu wenig über die Anforderungen und Bedürfnisse ihres Hundes, was in seinem Blut liegt. Man sollte zum Beispiel in die Hundeschule gehen, wenn man bei seinem Hund Defizite feststellt. Wir waren und sind mit unseren Hunden in der Hundeschule." Er möchte gerne, dass der Wesenstest für Kampfhunde wieder abgeschafft wird und stattdessen für alle Rassen ein Hundeführerschein einführt wird. "Jeder Hund kann zur Waffe werden, deshalb ist es wichtig, die Signale seines Hundes zu lernen."


02.09.2010 - aktualisiert: 02.09.2010 07:13 Uhr

 






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